STADT-WOHNEN ist ein
Portal für kritische wohn- und stadtpolitische Debatten. Die Seite gibt Alternativen und Hinter- gründe zu Wohnungsnot, Mietzinsproblematik und
Stadtentwicklung. Im Archiv findet sich eine breite Palette von Texten und Analysen zum
Thema.
KONTAKT:
stadt.labor
Postfach 2465
8026 Zürich
PC 87-727882-5 alles@stadtlabor.ch
Die bisherigen Veranstaltungen
Neben der Organisation von Veranstaltungen im stadt.labor ist es unser erklärtes Ziel auch im Internet Entwicklungen aufzuzeigen und die Debatten weiterzuführen. So versuchen wir so gut wie möglich Hintergründinformationen zu unseren Veranstaltungen zusammenzustellen: seien dies Beiträge von der Podiumsteilnehmenden, aber auch Texte mit weiterführenden Informationen. Darüber hinaus nehmen wir die Diskussionen auf Mini-Disc auf.
Sa, 17. Oktober, 15.00-17.00
Besammlung: Tramschlaufe Haltestelle Laubegg (13er, Endstation 5er) GIESSHÜBEL-RUNDGANG
Nach dem Streifzug durch das Binz-Quartier im letzten Frühling lädt das stadt.labor zu einem herbstlichen Rundgang durch das benachbarte Giesshübel-Quartier ein. Die Häuserzeilen rund um den Bahnhof Giesshübel lagen lange Zeit im Dornröschenschlaf. Seit ein paar Jahren ist die Immobilienbranche auf die Gegend aufmerksam geworden und das Gebiet verändert sich rasant. Einige Grossprojekte (wie Sihlcity) sind schon realisiert worden, weitere sind in Planung (z.B. das Bahnhofsareal Giesshübel). Ein Rundgang führt uns an bekannten und versteckten Stellen und Plätzen vorbei, wo uns fünf RednerInnen über die Geschichte, Bedeutung und Perspektiven der
jeweiligen Orte informieren.
Mi, 23. September 2009, ab 18.30
Rathausbrücke SCHLAFDEMO
GÜNSTIGER WOHNRAUM JETZT!
[ Pressedossier mit Medienmitteilung
] [ Bilder der Schlafdemo
] [ TV Video-Beitrag "Sitmmen zur Schlaf-Demo" auf plebsTV ]
Immer öfter werden in Zürich ganze Siedlungen leergekündigt, günstige Wohnungen sind zunehmend Mangelware. Im Schlafzimmer auf der Rathausbrücke protestieren wir gegen Profitmaximierung auf Kosten von MieterInnen und fordern von der Stadt Zürich endlich konkrete Massnahmen gegen die Mietzinsnot. Und finden wir keine bezahlbare Wohnung, schlafen wir halt vor dem Rathaus.
18.30 Start der Kundgebung
19.00 Pizza essen
20.15 Redebeiträg und offene Diskussion mit Direktbetroffenen
21.30 Bettmümpfeli und "Zubettgehen"
22.00 Abschluss der Kundgebung
Wir freuen uns, wenn ihr im Pyjama, mit Schlafmütze oder einem Gegenstand aus eurem Wohnzimmer kommt!
unterstützt vom Mieterinnen- und Mieterverband der Stadt Zürich
Sa, 25. April 2009, 14.00
Besammlung: Kiesplatz hinter dem Kiosk Bahnhof Binz RUNDGANG DURCH DIE BINZ
Das versteckt gelegene Binz-Quartier in Wiedikon ist nur durch eine
Ringstrasse erschlossen und bildet ökonomisch wie ökologisch einen eigenen
kleinen Mikrokosmos. Auf dem Areal sind Dutzende verschiedener Firmen
angesiedelt. Mit dem Umbau der Wirtschaft im Zeitalter der
Post-Industrialisierung stehen auch in der Binz einige Veränderungen bevor.
Auf einem Rundgang werden fünf RednerInnen verschiedene Aspekte des
Binz-Quartiers vorstellen und so diesen doch recht unbekannten Stadtteil der
Bevölkerung näher bringen. Wir freuen uns auf euer zahlreiches Kommen!
Sa, 4. April & 10. Mai 2009, jeweils ganzer Tag TEMPORÄRER GARTEN KALKBREITE
Jede Stadt hat ihre Brachen. Sie müssen keine tristen Flächen sein, sondern können Ruhepole und erfrischende Oasen im turbulenten Stadtleben bilden. Umgestaltet als "Temporäre Gärten" beleben Brachen unsere Städte und können als kurz- oder mittelfristig Zwischennutzungen auch auf kleinsten Flächen realisiert werden.
An der Kalkbreite soll der erste temporäre Garten in Zürich verwirklicht werden! Am Samstag, den 4. April wird der Garten vorinstalliert. Hierfür suchen wir Helferinnen und Helfer, die uns unterstützen.
Wir arbeiten in 3 Teams:
* Sägen und Schrauben: das Team baut Pflanzbeete aus Schaltafeln und Europaletten und kleidet sie mit Fliess aus. Material stellen wir, wer eigenes Werkzeug hat, bringt es bitte mit. Strom ist auf dem Areal. Start ist um 10.00 Uhr, Treffpunkt ist auf dem Areal.
* Rühren und Kochen: das Team kocht auf 12.00 eine feine Suppe im Rosengarten und kümmert sich um den Abwasch (Spülmaschine!). Die Zutaten stellen wir. Von 12.00 - 12.30 Uhr ist Mittagspause! Start ist um 10.30 Uhr, Treffpunkt ist im Rosengarten.
* Schaufeln und Pflanzen: das Team schaufelt Erde in die vom Team Sägen und Schrauben gebauten Pflanzkisten und pflanzt erste Setzlinge. Material samt Schubkarren und Schaufeln stellen wir. Start ist um 12.30 Uhr, Treffpunkt ist auf dem Areal.
Die Teams sind nicht bindend! Wer genug Energie hat, kann um 10.00 mit sägen und schrauben beginnen, dann Mittagessen kochen und anschliessend schaufeln und pflanzen!
Am Sonntag, den 10. Mai ist grosser Pflanztag. Auch hier sind helfende Hände herzlich willkommen! Wir suchen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Interesse an einem gemeinsamen Garten inmitten der Stadt haben. Start ist um 10.00 Uhr, Treffpunkt ist auf dem Areal.
Do, 26. Februar 2009, 20.15 Kalkbreitestrasse 4 KOPENHAGEN: BESETZE DEINE STADT
Im März 2007 wird das Jugendzentrum Ungdomshuse in Kopenhagen geräumt und abgebrochen. Die Räumung löst einen grossen Proteststur aus. Bilder von brennenden Autos gehen durch die Weltpresse; es kommt zu Hunderten von Aktionen und Demonstrationen. Und der hartnäckige Widerstand zeigt Erfolg: Im Juni 2008 erhalten die Ungdomshuset-AktivistInnen ein neues Haus. Wie kam es zu dieser «Erfolgsgeschichte», mit welchen Problemen kämpft die Protestbewegung heute und wie hat sich das Klima in Kopenhagen in den letzten Jahrzehnten gewandelt? Das stadt.labor lädt zur Diskussion mit Peter Birke, Herausgeber des Buches «Besetze deine Stadt!» über die Häuserkämpfe und Stadtentwicklung in Kopenhagen, und zwei Aktivisten aus dem Ungdomshuset. Moderation: Richard Wolff (INURA).
Fr, 28. November 2008, 19.00 (PÜNKTLICH) 5 JAHRE STADT.LABOR
Bogen 13 (hinter Kiosk Josefwiese)
mit Verpflegung, Feuershow, Konzert und Wettbewerb
[ Festrede ]
[ Grussbotschaft von St. Petersburg ]
Mo, 3. November 2008, 20.00
Kunsthalle im alten Güterbahnhof, Hohlstrasse 150 AUFWERTUNG ODER VERTREIBUNG?
Eine Kontroverse über aktuelle Entwicklungen im Langstrassenquartier
Der Kreis 4 und insbesondere das Langstrassenquartier verändern sich in rasanter Geschwindigkeit. Galerien, Bars, Klubs, neue Restaurants und Läden eröffnen und verdrängen die alten Strukturen. Das Quartier entwickelt sich zunehmend zum trendigen Ausgehviertel und auch als Wohnlage wird es immer begehrter.
Während die einen diese Entwicklung begrüssen und von einer längst fälligen Aufwertung reden, befürchten die anderen eine vollständige Yuppiesierung und warnen vor den sozialen Folgen.
Podium mit: Brigit Wehrli-Schindler (Direktorin Stadtentwicklung Zürich), Vera Gloor (Architektin mit Projekten im Kreis 4), Res Keller (Mitinitiant der Genossenschaften Dreieck und Kalkbreite), Christian Schmid (Stadtforscher, Departement Architektur, ETH Zürich). Moderation: Richard Wolff, Urbanist, INURA Zürich.
organisiert von: INURA Zürich und stadt.labor
Oktober 2008, immer Mittwoch
Kalkbreitestrasse 4 UMKÄMPFTE STADT Dokumentarfilme in der Kalki
Mi, 1. Oktober 2008, 21.00 Heimat oder Höllle - Marianne Pletscher und Hans Haldimann, CH 1995, 105 min
Viel gezeigt und doch immer wieder eindrücklich. Der DOK «Heimat oder Hölle» von Marianne Pletscher und Hans Haldimann zeigt den Wandel des Kreis 5 von Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre. Ein Stück Zürcher Geschichte.
Mi, 8. Oktober 2008, 21.00 Gemeinschaftsgärten In der dreiteiligen Filmreihe «Eine andere Welt ist pflanzbar!» werden Gemeinschaftsgärten weltweit vorgestellt: In Buenos Aires, Berlin und Südafrika. Im Zentrum der Filmreihe stehen die AktivistInnen aus den Gemeinschaftsgärten, ihre Gärten und Visionen. Sie berichten darüber, wie und warum ihre Gärten nicht nur grüne Oasen mitten in der Stadt sind, sondern Projekte, durch die sie «eine andere Welt» verwirklichen.
Mi, 15. Oktober 2008, 21.00 Abschied vom Gstühl - Heinz Winter, CH 2008, 65 min
Baden verändert sich seit Jahren unaufhaltsam. Auch das Gstühl, nahe beim Bahnhof Baden, fällt nun dieser Entwicklung zum Opfer. Der Film hält das Gstühlquartier als ein Stück Badener Geschichte fest, welches in dieser Form heute nicht mehr existiert.
Mi, 22. Oktober 2008, 21.00 Kurzfilm-Wunschprogramm
Das stadt.labor hat in den fünf Jahren seines Bestehens zahlreiche Kurzfilme - Beiträge aus Tagesschau, aktionistische Filme usw. - gesammelt. Das Publikum kann aus der Auswahl von rund 20 Filmen die Favoriten auswählen.
Mi, 29. Oktober 2008, 21.00 Public Blue - D 2006, 70 min
Überall in den Parks von Osaka stehen mit blauen Planen bedeckte Baracken. Die improvisierten Behausungen besetzen den öffentlichen Raum, der in Japan eher als Durchgangspassage zwischen Arbeitsplatz und Familie durcheilt wird, und sind den Behörden deshalb ein Dorn im Auge: Öffentliche Anlagen werden durch Zaunstrukturen parzelliert und damit unzugänglich gemacht. «Public Blue» portraitiert die Obdachlosen von Osaka, zeigt ihre politische Arbeit und dokumentiert die Räumung ihrer Wohnplätze.
DESIGN YOUR CITY - STREETART-WETTBEWERB
[ Galerie mit eingereichten Beiträgen ]
Im Rahmen eines Wettbewerb haben das stadt.labor und die Rote Fabrik Streetart-Werke im Kanton Zürich gesucht, die für eine offene Stadt einstehen. Diese sollen die Ausgrenzung unliebsamer Personengruppen, das Standortmarketing der Global Citys oder die Kommerzialisierung des öffentlichen Raum kritisch hinterfragen und eine positive Botschaft entgegensetzen. Der Streetart-Wettbewerb hat vom 7. Februar bis 4. Mai 2008 gedauert. Vom 27. Mai bis zum 28. Juni 2008 werden alle eingesandten Werke im Ziegel oh Lac ausgestellt. Zur Eröffnung der Ausstellung am 26. Mai 2008 hat eine «Preisverteilung» mit Podium zu Streetart stattgefunden.
FANCITY 2008. Zur Eventisierung der Stadt
Mit der Etablierung so genannter «Public-Viewing»-Zonen und «Fan-Meilen» an repräsentativen Orten der Stadt haben sich internationale Fussballturniere wie die Welt- und Europameisterschaften zu urbanen Massenevents entwickelt: Ganze Innenstädte werden in Erlebnis- und Konsumzonen transformiert. Die Austragungsstädte versuchen, die steigende Popularität von Fussballevents aktiv für ihr Standortmarketing zu nutzen, während die privaten Veranstalter die Vermarktungsbedingungen vorgeben und zentrale Stadträume für die Werbung ihrer Exklusivsponsoren in Beschlag nehmen. Gleichzeitig dienen die Massenveranstaltungen der Umsetzung erweiterter Überwachungs- und Kontrolldispositive in Form von Grosseinsätzen von Polizei und Armee, umfangreichen «Anti-Hooligan»-Massnahmen, Absperrungen und Zugangskontrollen in städtischen Räumen und der Erprobung neuer Überwachungstechnologien. Die Veranstaltungsreihe FANCITY thematisiert Fussball-Megaevents wie die WM 2006 in Deutschland und die bevorstehende EM 2008 in der Schweiz und Österreich als Symptome der gegenwärtigen neoliberalen Stadtentwicklung und diskutiert ihre Auswirkungen auf Stadt und öffentlichen Raum anhand der Schwerpunkte Vermarktung und Kontrolle.
Eine Veranstaltungsreihe der Roten Fabrik in Zusammenarbeit mit Anke Hagemann, Big Brother Awards Schweiz und dem stadt.labor.
5.-12.6.2008
Rote Fabrik Zürich & Euro-Stadt Zürich FAN CITY MAP: Kartografieworkshop zur Euro 2008
Wie verändert sich die Stadt Zürich während der EM 2008? Wie präsentiert sie sich als Marke? Wie wird sie als Werbefläche genutzt? Wie überträgt sich die Sicherheitslogik auf den urbanen Raum? Welche spontanen und informellen Strukturen prägen neben den offiziellen Veranstaltungen die Stadt? In einem einwöchigen Workshop zu Beginn der EM 2008 werden die stadträumlichen Erscheinungsformen des Fussballturniers vor Ort untersucht, dokumentiert und in einer kollektiven Kartografie visualisiert. Der Workshop lädt ArchitektInnen, KünstlerInnen und StadtforscherInnen ein und wendet sich mit einem Open Call an alle Interessierten, insbesondere an Studierende aus raumbezogenen, gestalterischen und künstlerischen Studiengängen. Die FANCITY-Kartografie wird mit einem gedruckten Faltplan und mit einer Ausstellung in der Shedhalle präsentiert. 27.6.-3.8.2008: Ausstellung in der Shedhalle, Zürich
Bezahlbare Wohnungen gibt es in Global Cities wie Zürich immer seltener. Einkommensschwache Schichten und der Mittelstand werden zunehmend aus den Städten gedrängt. Das stadt.labor bringt diesen Frühling eine Aktionsform der Pariser Gruppe «Jeudi-Noir» in die Schweiz, welche Besichtigungstermine teurer Wohnungen zu Spontanpartys wandelt. Zu unserer Freude sind die Fetten-Mieten-Partys unterdessen Stadtbekannt und die Aktionsform hat sich verselbstständigt.
Mi, 26. März 2008, 20.00
Clubraum, Rote Fabrik, Zürich SCHAU PLATZ: Standort, Event und Vermarktung
Standortmarketing, Tourismusförderung und erhoffter Imagegewinn sind wichtige Motivationen der Länder und Städte für die kostspielige Austragung grosser Sportevents. Nation Branding und städtische Profilierung werden immer wichtiger im globalen Standortwettbewerb wie auch in der Herstellung kollektiver Identitäten. So gehören Grossevents inzwischen zum klassischen Repertoire der unternehmerischen Stadtpolitik - oft auf Kosten einer sozial nachhaltigen Stadtentwicklung. Doch während sich die Städte mit den Fussballevents in Szene setzen, nutzen die privaten Veranstalter FIFA und UEFA die Städte gleichermassen als Werbefläche: Wie die Stadien, so sind auch die städtischen «Fanzonen» beherrscht von den Vermarktungsinteressen und Inszenierungen der Exklusivsponsoren: Globale Marken besetzen strategische Orte in der Stadt.
Kurzvorträge und Podiumsdiskussion mit: Barbara Schönig (Planungs- und Architektursoziologie, TU Berlin), Wolfram Manzenreiter (Sozialanthropologe, Universität Wien), Marika Molter (Grafik-Designerin, Düsseldorf/Zürich), Christian Schmid (Stadtgeograf, ETH Zürich), Luzius Theiler (Komitee gegen -’08-Diktat, Stadtrat, Bern), Moderation: Richard Wolff (Stadtforscher, INURA, Zürich).
Mo, 14.April 2008, 18.00
Treffpunkt: Tramstation Letzigrund, wenn möglich Velo mitbringen. HEIM SPIEL: Marsch über die Gleise
Kommentierter Stadtrundgang vom Letzigrund- zum Hardturm-Stadion mit: Marie-Claude Bétrix (Architektin, Bétrix & Consolascio Architekten), Vertreter der FCZ-Südkurve, Christian Schmid (Stadtgeograf, Anwohner), Tania Schellenberg (Umweltfachfrau, Anwohnerin).
Die Austragung grosser Sportevents geht häufig mit dem Neubau moderner Stadien einher - Grossanlässe werden gern genutzt, um umstrittene Vorhaben effizient und konsensfähig umzusetzen. Ob städtische Multifunktionsarena oder privat finanziertes Fussballstadion mit kommerzieller «Mantelnutzung»: Sportarenen sind längst zu architektonischen Ikonen für das Event, den Verein oder die Stadt geworden. Auf einem Rundgang fragen wir die Letzigrund-Architektin Marie-Claude Bétrix, wie offen man ein Stadion gestalten kann, einen Vertreter der FCZ-Südkurve, wie sich die Fankultur mit der EM 2008 verändert und den Stadtforscher Christian Schmid, welche Rolle der Stadionneubau in der Quartierentwicklung einnimmt. Am Hardturmstadion wird Tania Schellenberg Auskunft über den Widerstand gegen die Neubaupläne geben.
Mi, 9. April 2008, 20.00
Clubraum, Rote Fabrik, Zürich STRAF RAUM: Sicherheitsrhetorik und urbane Kontrolle
Megasportevents wie die Fussball-WM und -EM bringen eine Ausweitung von Überwachung und Kontrolle im städtischen, nationalen und internationalen Massstab mit sich. Die erwartete Menge an BesucherInnen wie auch die vermuteten Gefahren von Terror, Hooliganismus und ansteigender Kriminalität begründen Polizeieinsätze von ungekanntem Ausmass, private Sicherheitsdienste in öffentlichen Räumen, Armeeeinsätze im Innern, umfangreiche «Hooligan»-Datenbanken und die Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Die Stadträume sind betroffen durch zusätzliche «Sicherheitsringe» um die Stadien, die Ausweitung der Videoüberwachung und die Einzäunung und Kontrolle der «Public-Viewing»-Grossveranstaltungen. Die öffentlich finanzierten Sicherheitsmassnahmen gehen dabei oft mit privaten Wirtschaftsinteressen einher. Mit der Rhetorik des Ausnahmezustands wird der Ausbau staatlicher Kontrollregimes legitimiert und ein Testfeld zur Erprobung neuer Überwachungstechnologien geschaffen. Viele Massnahmen, die Datenschutz und Bürgerrechte zunehmend einschränken, bleiben auch nach den Veranstaltungen bestehen.
Kurzvorträge und Podiumsdiskussion mit: Francisco Klauser (Geograf, University of Durham), Volker Eick (Politikwissenschaftler, FU Berlin), Bernhard Hachleitner (Historiker, Wien), Moderation: Christoph Müller (Soziologe, Big Brother Awards, Zürich).
Mi, 28. November 2007, 20.00 WO-WO-WONIGE! - DAS PODIUM
Cooperativo, Strassburgstr. 5, 8004 Zürich
eine Veranstaltung der Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung Zürich
[ www.wonige.ch ]
Wo-Wo-Wonige! skandierte die Wohnungsnotbewegung 1989 in Zürich. Günstiger Wohnraum ist in Zürich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Mangelware - und die Wohnungsnot immer wieder Ausgangspunkt von stadt- und wohnpolitischen Auseinandersetzungen. Seit den frühen siebziger Jahren engagieren sich BürgerInnen in Mietvereinen, Quartierbewegungen oder als HausbesetzerInnen gegen Spekulation und für lebenswerte Städte. Der Häuserkampf wird dabei im Laufe der achtziger Jahre zur wichtigen Protestform gegen die städtische Wohnungspolitik. Mit dem Druck der Wohnungsnotbewegung gelang es 1989 einen Wandel der Räumungspolitik zu erzwingen, zwischenzeitlich Raum zu erkämpfen und mit der Wohlgroth-Besetzung 1990 bis 1992 wurde Zürich zwischenzeitlich gar zu einem Zentrum des europäischen Häuserkampfs.
Thomas Stahel, der im der Wohlgroth-Besetzung selbst erstmals mit dem Thema konfrontiert wurde, hat im Rahmen seiner Dissertation als Historiker die ganze Breite der stadt- und wohnungspolitischen Bewegung seit 1968 analysiert und im Buch «Wo-Wo-Wonige!» zusammengetragen. Mischa Brutschin war in der Häuserbewegung der 80er und 90er Jahre aktiv und arbeitet zur Zeit an einem dokumentarischen Report über diese Zeit. Patrik Blöchlinger ist seit den frühen 90er Jahren in der Hausbesetzer-Bewegung aktiv und lebt heute in einer selbstverwalteten Hausgenossenschaft, welche vor zwei Jahren ihr Haus aufgekauft hat. Zusammen diskutieren sie darüber wie sich die politische Kultur und die Bedeutung der stadt- und wohnpolitischen Bewegungen im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert hat.
Sa, 23. Juni 2007, 14.00-16.00 Tolle Projekte - verpasste Chancen
Stadtrundgang durch Winterthurs «Entwicklungsgebiete»
Treffpunkt: Restaurant Widder, Metzgergasse 9, Winterthur.
[ Bericht im Landboten ]
In den letzten 15 Jahren ist Winterthur zum Mekka für Stadtentwicklungsvisionen geworden: Sulzerareal, Volg-Lagerhäuser, «Sidi», Arch-Areal usw. Die Liste der umstrittenen Entwicklungsgebiete in Winterthur ist lang. Kreative alternative Gruppen haben als erste die sich bietenden Chancen ergriffen und verschiedene Projekte in den freien Arealen realisiert. Es sind Kulturräume, Hausbesetzungen, Nischenarbeitsplätze, Obdachlosentreffs entstanden. Doch die offizielle Politik und die privaten Grundeigentümer träumen von luxuriösen Einkaufszentren, einzigartigen architektonischen Würfen, Superblocks und repräsentativen Bürohochhäusern. Dafür wird auch ein Teil der Identität der Stadt geopfert. Schwups ist das Volkshaus abgebrochen - und bald sollen auch auf dem Sulzerareal alternative Betriebe wie das alternative Radio Stadtfilter oder das Kraftfeld einem «Superblock» weichen.
Das stadt.labor verlässt erstmals Zürich und führt zusammen mit Winterthurer Ortskundigen an sechs Brennpunkte der Winterthurer Stadtentwicklung. Im Anschluss gibt es einen Apéro.
Do, 24. Mai 2007, 18.00-20.00 BINZ SQUAT - HOHLRAUM - FABRIZTKE
RUNDFAHRT ZU DREI ALTERNATIVEN WOHN- UND KULTURPROJEKTEN
Treffpunkt: SZU-Bahnhof Binz (S10), Uetlibergstrasse - MIT FAHRRAD!!!
[ Reportage im Tages-Anzeiger ]
Auf einem Velo-Rundgang besucht das stadt.labor drei Zürcher Wohn- und Kulturprojekte:
a) ein seit rund einem Jahr besetztes Fabrik-Areal in Zürich Süd
b) eine Gross-WG der Genossenschaft Hohlraum, welche sich sich lange gegen den Abriss ihres Hauses gewehrt hat und das Haus im Januar 2006 schliesslich selber gekauft hat.
c) die Fabritzke in Altstetten, wo in einer Fabrikhalle acht Personen in einem «offenen Loft» leben, in welchem die BewohnerInnen zugunsten des Gesamtraumes auf separate Zimmer verzichten.
anschliessend Bar in der Fabritzke
Do, 22. März 2007, 19.30
Clubraum, Rote Fabrik, Zürich STANDORTWETTBEWERB UND PREKARISIERUNG
Obwohl an der Einwohnerzahl gemessen klein, gehört die Finanzmetropole Zürich zu den global cities, den Knotenpunkten der neoliberalen Weltwirtschaft, und steht mit ihnen in einem Standortwettbewerb um die Gunst der Banken, Versicherungen und multinationalen Konzernen. Doch neben diesen allseits Gehätschelten gibt es auch jene, die alle brauchen und niemand will. Während sich im Zentrum der Stadt einflussreiche Firmen aus dem Finanz- und Dienstleistungssektor, Multis und deren überbezahltes Personal breitmachen, werden andere auch geografisch an den Rand gedrängt: MigrantInnen, TeilzeitarbeiterInnen, Arbeitslose, im informellen Sektor Beschäftigte, Ausgesteuerte im «ergänzenden Arbeitsmarkt», Pseudoselbständige. Gemeinsam ist diesen sehr unterschiedlichen Gruppen ihre prekäre Lage: Sie alle befinden sich in unsicheren Arbeits- und Lebensverhältnissen ohne soziale Sicherungen oder Verträge, sind flexibilisiert, marginalisiert. Und werden unsichtbar gemacht, verschwinden nach Schwamendingen, Altstetten und Schlieren, an die Ränder der Stadt.
Wohin geht die Zürcher Stadtentwicklung? Ist sie sozial nachhaltig? Diese und andere Fragen diskutieren an der Zürcher Stadtentwicklung Beteiligte: Brigitte Wehrli-Schindler (Direktorin der Fachstelle für Stadtentwicklung der Stadt Zürich) und Hansruedi Oetiker (Leiter des Sozialzentrums Dorflinde in Schwamendingen) aus der städtischen Exekutive, Franz Schibli von der IG Sozialhilfe und ein Mitglieder der IG Kreis 5 als soziopolitische AktivistInnen. (Ein)Leitung: Vesna Tomse, Soziologin und Aktivistin beim stadt.labor.
Januar 2007, immer Sonntags
Kalkbreitestrasse 4 AM RANDE DER STADT Sonntagskino in der Kalki
7. Januar 2007 Hundstage - Österreich 2002, Ulrich Seidl, 120 min
Wochenende, Zeit der Hundstage. Es ist drückend heiss, südlich von Wien, im Niemandsland zwischen Autobahnzubringern, Einkaufsmärkten und Einfamilienhaussiedlungen. Ulrich Seidl erzählt sechs Geschichten über Einsamkeit, Angst und verbale Gewalt. Ein reizvoller unkonventioneller und derber Film mit herrlichen Profi- und Laiendarstellern.
14. Januar 2007 Suburbia - USA 1984, Penelope Spheeris, 93 min
Eine Gruppe von Vorstadtpunks & Skinheads wehrt sich mit ihrer Lebensart gegen die tristen Aussichten, die ein Vorstadt-Kaff irgendwo in den USA nur bieten kann. Doch bunte Haare oder kahlgeschorene Köpfe passen nicht in diese «friedliche Idylle» - es kommt zur Eskalation. Punk-Klassiker.
21. Januar 2007 Grauzone - CH 1979, Fredi M. Murer, 99 min
Fredi Murers Kinospielfilm-Erstling zeichnet auf beklemmende Weise das Klima eines entfremdeten Lebens. Stellvertretend für die Grauzonen städtischer Randgebiete erscheinen die Zürcher Quartiere Oerlikon und das Seefeld, vor allem aber die Siedlung Grünau.
28. Januar 2007 Under Construction...
mehr Infos ab Mitte Januar
Di, 21. November 2006, 20.30
Paranoia city Buchhandlung, Bäckerstrasse 9, Zürich WO-WO-WONIGE! - BUCHVERNISSAGE
[ www.wonige.ch ]
Mitte November erscheint das Buch Wo-Wo-Wonige!, das die Entstehung und das Wirken der stadt- und wohnpolitischen Bewegungen beschreibt. Diese entstanden in den frühen 1970er Jahren mit der Forderung nach mehr Lebensqualität und üben bis heute Einfluss auf Politik und Kultur aus. Das 460-seitige Buch ist mit mehr als 200 Fotos, Plakaten, Flyers usw. bebildert, welche die Kreativität der stadt- und wohnpolitischen Bewegungen eindrücklich veranschaulichen.
So, 5. November 2006, 14.00
Clubraum, Rote Fabrik DIE ÜBERWACHTE STADT: SICHERHEIT UND KONTROLLE IM ÖFFENTLICHEN RAUM Vortrag von Jan Wehrheim, Oldenburg
Öffentliche Räume zeichnen sich aus durch ein prekäres Gleichgewicht zwischen Anonymität und sozialer Kontrolle, Sicherheit und Verunsicherung, Vertrautem und Fremdem, Gleichheit und Differenz. Bereits der Begriff Anonymität ist zweideutig: Er kennzeichnet sowohl die Gefahr wie die Freiheit, die mit «der Stadt» verbunden werden.
Als Ideal steht die Stadt für eine bürgerliche (zivilgesellschaftliche) Öffentlichkeit mit informellen Begegnungen und freiem Meinungsaustausch. Dieses Ideal wird bedroht durch zunehmende Ausgrenzung - die Zugänglichkeit zu öffentlichen Räumen wird für bestimmte Personengruppen eingeschränkt - und durch zunehmende Überwachung: die Anonymität wird aufgehoben.
In seinem Vortrag stellt der Stadtsoziologe Jan Wehrheim grundsätzliche Überlegungen und aktuelle Ergebnisse seiner Forschungen vor: Welches sind alte und neue Formen von Ausgrenzung und Überwachung? Wie werden öffentliche von privaten Räumen abgegrenzt? Welche politischen und ökonomischen Interessen stehen hinter diesen Abgrenzungen? Im zweiten Teil werden aktuelle Entwicklungen in Zürich diskutiert.
eine Veranstaltung von Big Brother Schweiz (in Zusammenarbeit mit dem stadt.labor)
So, 30. April 2006 HOT SPOT LANGSTRASSE
STIMMEN AUS DEM QUARTIER
[ Dossier Langstrasse ]
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Hot Spot Langstrasse organisiert das stadt.labor eine Gesprächsrunde mit drei QuartierbewohnerInnen: Stephan Pörtner (schreibt Krimis, die im Umfeld der Langstrasse spielen), Fabienne Ghali (mit einem Marokkaner verheirate Migrantin und dreifache Mutter) und Madeleine Speck (Mitinhaberin der Quartierbeiz «Lade») diskutieren über persönlichen Eindrücke, Veränderungen und die Zukunft der Langstrasse - und streifen dabei Themen wie die Grossüberbauung Stadtraum HB oder die städtische Aufwertungspolitik.
Sa/So, 11./12. Februar 2006
Kantine der Genossenschaft Dreieck, Gartenhofstrasse 27 HIER ENTSTEHT...
STADT.LABOR-WORKSHOP ZUR ZUKUNFT DES KALKBREITE-AREALS
[ Medienmitteilung zum Kalkbreite-Workshop ] [ Dossier Kalkbreite ] [ Einladung zum Download (PDF) ]
Das Kalkbreite-Areal im Kreis 4 bietet die besten Voraussetzungen für ein visionäres Wohn-, Arbeits- und Kulturprojekt. Seit 1978 existiert ein Gemeinderatsbeschluss, der das Areal für den gemein-nützigen Wohnungsbau reserviert. Da der Boden im städtischen Besitz ist, kann dementsprechend günstig gebaut werden. Es bietet sich zudem die seltene Möglichkeit demokratische Bedürfnisse und Zukunftsvisionen anzumelden - mit berechtigter Aussicht auf Erfolg. Noch ist nicht klar, was der Stadtrat auf dem Areal plant: Infolge einer Motion von 2002 ist er jedoch gezwungen dem Gemeinderat im Frühjahr 2006 einen Vorprojektkredit für eine «Überdeckelung» des Areals vorzulegen.
Es gibt Anzeichen dafür, dass der Stadtrat die Verpflichtungen zur «Gemeinnützigkeit» zugunsten von Büros aufweichen möchte. Quartier-, sozial- und umweltverträgliche Anliegen dürften somit keine Beachtung finden, bestehende Nutzungen verdrängt werden. Grund genug unsere eigenen Vorstellungen und Wünsche zu konkretisieren und mittels eines Workshops einen Vorschlag für die Zukunft des Kalkbreite-Areals zu erarbeiten.
Eure Unterstützung ist gefragt!
Sa, 11.2.06, 13.30 bis 18.00 Zusammentragen von Ideen und Utopien
So, 12.2.06, 13.30 bis 17.00 Auswertung und Konkretisierung
HOT SPOT LANGSTRASSE - PLANSPIEL
[ Interview über die Erfahrungen des Planspiels ]
Das stadt.labor organisiert im Rahmen der Veranstaltungsreihe Hot Spot Langstrasse ein Planspiel, das sich um die Aufwertungsproblematik in einem fiktiven Quartier dreht - Ähnlichkeiten zum Langstrassenquartier sind nicht auszuschliessen.
In diesem Planspiel setzen sich 25 bis 40 Personen als fiktive Akteure in verschiedenen Interessengruppen mit einem erfundenen Szenario spielerisch auseinander. Das Planspiel ist eine aussergewöhnliche Lernform und zugleich spassige Auseinandersetzung in einem dynamischen Prozess - in unserem Fall der Stadtentwicklung.
Ziel ist es, die Quartieraufwertung, Gentrification und die Folgen von Neubauprojekten kritisch zu hinterfragen. Die Teilnehmenden sollen für die komplexen Machtverhältnisse und unterschiedlichen Einflussmöglichkeiten auf die Stadtentwicklung sensibilisiert werden. Sie lernen gleichzeitig neue Handlungsweisen kennen und erarbeiten Strategien um ihre Anliegen im Quartier besser durchzusetzen.
Eine ausführliche Dokumantation zum Planspiel mit unseren Erfahrungen mit dieser interatkiven Veranstaltungsform kann man hier herunterladen.
Mi, 30. November 2005, 20.00-22.00
Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, www.walcheturm.ch TEIL I: SPIELVORSTELLUNG UND ROLLENVERTEILUNG
So, 4. Dezember 2005, 12.00-21.00 (mit Abendessen)
Rote Fabrik TEIL II: SPIELPHASE UND REFLEXION
Sa, 26. November 2005, 16.00
GZ Hirzenbach, Helen Keller-Str. 55 VERMISCHTE KULTUREN
CHANCEN UND PROBLEME DES ZUSAMMENLEBENS VERSCHIEDENER NATIONALITÄTEN IN SCHWAMENDINGEN.
Dutzende von Nationalitäten leben im Stadtrandquartier Schwamendingen mehr neben- als miteinander. Der Stadtteil zeigt in Abstimmungen in Bezug auf die Gleichstellung von MigrantInnen immer wieder grosse Abwehrreaktionen und kann sich mit der multikulturellen Realität nur schwer anfreunden. Welches sind die realen Probleme der Bevölkerung und welches die Probleme im Zusammenleben der verschiedenen Nationalitäten im Quartier? Was wurde bisher getan, um diese Probleme anzugehen? Und braucht Schwamendingen eine (neue) gemischt-kulturelle Identität? Diese und weitere Fragen diskutieren SchwamendingerInnen und im Quartier tätige SozialarbeiterInnen verschiedener nationaler Herkunft in einem Podiumsgespräch. (Moderation: Dominique Oehler)
Sa, 9. Juli 2005, 12.00
Besammlung: «Züri rollt» beim Swisshotel/Bahnhof Oerlikon* DIE GLATTALSTADT: BEDROHUNG ODER VERHEISSUNG? -
EINE VELORUNDFAHRT IM NORDEN VON ZÜRICH
Die nördlichen Stadtrandquartiere Oerlikon, Seebach und Schwamendingen verändern seit einigen Jahren rasant ihr Gesicht und verschmelzen mit den Agglomerationsgemeinden Opfikon, Dübendorf und Wallisellen. Neue Büro- und Wohnquartiere werden aus dem Boden gestampft, bestehende Genossenschaftssiedlungen um- und neugebaut, neue Parks, Strassen und Stadtbahnlinien errichtet. Was bedeutet dieser Prozess für die billigen Mieten und für die BewohnerInnen dieser Quartiere? Was passiert mit den bisherigen Naherholungsräumen am Stadtrand? Wie steht es um die Luftlärm- und Strassenverkehrsprobleme? Kurz: Kommt eine lebenswerte, sozial durchmischte «Glattalstadt» oder eine sterile und teure Büro- und Wohnagglomeration? Auf einer rund zweistündigen Velorundfahrt durch den Norden von Zürich thematisiert das stadt.labor diese und weitere Fragen der Stadtentwicklung mit Halt in Neu-Oerlikon, Seebach, dem Oberhauser Ried, Leutschenbach, Aubrugg, Schwamendingen, Stettbach und der Ziegelhütte.
* Velos sind beim Besammlungspunkt gratis ausleihbar Achtung: Ausweiss und Depot von 20 Franken ist zum Leihen eines Velos Voraussetzung, beschränkte Anzahl von Velos.
Mi, 18. Mai 2005
Open-Air auf Kasernenareal, bei Regen im Zeughaushof HOT SPOT LANGSTRASSE
PARK FICTION DIE WÜNSCHE WERDEN DIE WOHNUNG VERLASSEN UND AUF DIE STRASSE GEHEN
[ Dossier Langstrassenquartier ]
Nach dem Willen der Hamburger Stadtbehörden sollte im Schanzenpark Mitte der 90er Jahre ein Bürogebäude gebaut werden. Die Anwohnerschaft der Gegend forderten in der Folge als Alternative zur Überbauung ein Park, der von den BewohnerInnen selber projektiert, angelegt und betreut wird. Mittels Vorträgen, Ausstellungen und vor allem durch die Wunschproduktion der BewohnerInnen kann das Projekt des Parks so weit vorangetrieben werden, dass die Stadtregierung auf den Vorschlag eingeht. Der Dokumentarfilm «Park Fiction» begleitet das gleichnamige Projekt, bei dem eine ungewöhnliche neue Form von Stadtplanung unter direkter Beteiligung der BürgerInnen stattfindet. Beeindruckend am Projekt ist unter anderem der Ansatz, dass ein Produzieren von Wünschen vieler und verschiedenster Menschen auch konsequent umgesetzt wird. Nach der Vorführung des Filmes informiert die Filmmacherin Margit Czenki über die aktuelle Situation in Hamburg.
Margit Czenki, D 1999, 70 Min
Den Auftakt zur Veranstaltungsreihe über die Zukunft des Langstrassenquartiers und Kasernenareals macht eine Gesprächsrunde mit dem Stadtforscher Christian Schmid (INURA), dem langjährigen Quartierbewohner Niklaus Scherr (Mieterinnen- und Mieterverband) und Res Keller von der Genossenschaft Dreieck. In einem kurzen Einleitungsreferat werden in einer Bestandesaufnahme die verschiedenen Projekte, Entwicklungsräume und Akteure im Langstrassenquartier vorgestellt. Ziel der Diskussion ist es dann Brennpunkte hervorzuheben, mögliche Wege zur Erhaltung der urbanen Qualität und Mischung des Quartiers aufzuzeichnen und Alternativen zur bestehenden Stadtentwicklungspolitik auszuarbeiten.
So, 24. April 2005, 21.00
Kalkbreite 4 HEIMAT - LEBENSLÄNGLICH
Der 85-jährige Emil Frey - in den Medien als ältester Hausbesetzer der Schweiz bezeichnet - lebt in einem heruntergekommenen Bauernhaus mitten in einer modernen Neubausiedlung im Stäfner Quartier Trübel. Er will seine Heimat, die einst im Familienbesitz war, nicht verlassen. Gerichtlich wehrt er sich gegen die Ausweisung durch den Bauherren. Solange dieses Verfahren läuft, prallen im Trübel zwei Welten aufeinander. Hier der alteingesessene Emil Frey, der seinen Abfall im Ofen verbrennt, dort die Neuzuzüger, die von der Idylle auf dem Land träumen. Dieser Kontrast besticht nicht nur durch eindrückliche Bilder, er wirft auch Fragen auf: Was ist Heimat? Was ist normal?
Christine Bänninger, Peti Wiskemann, Andreas Schürer, Jens-Peter Rövekamp, CH 2004, 63 Min
So, 17. April 2005, 21.00
Kalkbreite 4 CITY OF HOPE
In einer Vielzahl eng miteinander verwobener Geschichten, in deren Mittlpunkt ein Bauunternehmer und sein Sohn stehen, wird das komplexe, tückenreiche Grossstadtleben vor Augen geführt. Aus unterschiedlichen Richtungen verlaufen die Handlungsfäden zu einem dichten Knoten, einem Geflecht aus Beziehungen und Abhängigkeiten in dieser amerikanischen Stadt. Eine Stadt, in der die Menschen zwischen Korruption, Gewalt und Rassismus auf der einen, und persönlicher Integrität und Vergangenheitsbewältigung auf der anderen Seite aufgerieben werden. Mit grosser Treue zur realistischen Schilderung entsteht ein städtischer Mikrokosmos, in dem unter dem ökonomisch-puritanischen Druck die Spannungen unter den Bevölkerungsschichten angeheizt werden.
John Sayles, USA 1992, 130 min
So, 10. April 2005, 21.00 THEMROC
Kalkbreite 4
Lange bevor Michael Douglas überschnappte und mit der Waffe in der Hand in Los Angeles Amok lief, brillierte Michel Piccoli in dieser surrealen Satire des französischen Regisseurs Claude Faraldo. Als Arbeiter Themroc bricht er eines Tages aus dem Alltag aus und gebärdet sich quasi als moderner Neandertaler: Er zerstört seine Wohnung, betoniert die Türen zu und treibt es mit seiner Schwester. Nachdem langsam auch die Nachbarn auf dumme Gedanken kommen, greift die Polizei ein. Doch die verspeist Themroc zum Mittagessen.
Claude Faraldo, Frankreich 1973, 110 Min
So, 3. April 2005, 21.00
Kalkbreite 4 SANYA
Sanya ist ein Vorort von Tokio, der zu Zeiten der Olympiade 1964 regen Zulauf von ArbeiterInnen aus ganz Japan hatte. Heute lebt hier - vom institutionellen und gesellschaftlichen Ansehen her - die unterste Arbeiterschicht: Tagelöhner, fast ausschliesslich Männer, viele davon Alkoholiker, alle ohne familiären Rückhalt. Jeden Tag neu müssen sie ihre Arbeitskraft bei privaten Arbeitsvermittlern oder beim Arbeitsamt anbieten. Beide werden von der Yakuza, der japanischen Mafia kontrolliert, genauso wie das Glückspiel, der Drogenhandel und die Prostitution im Nachbarviertel. Eine aus der 68er-Bewegung entstandene Gruppe erarbeitete mit den Bewohnern gemeinsam eine Video-Dokumentation über ihren Stadtteil und ihr Leben zu machen. Bei der Umsetzung wurde der Regisseur Mitsuo Sato von der Yakuza ermordet, die Dokumentation wurde gleichwohl fertiggestellt.
Mitsuo Sato, Japan 1986, 110 min
So, 13. März 2005, 13.00
Rote Fabrik, Proberaum 1 SEX AND CITY-PLANNING I - WORKSHOP
ZÜRCHER STADTPLANUNG AUS DER GENDER-PERSPEKTIVE
ab 12.00 Brunch (15 Franken)
Parkbänke statt Parkplätze? Spielplatz statt Paradeplatz? Freie Bahn ins Büro statt Freierverkehr nach dem Büro? Big Sister statt Big Brother (in den oberen Etagen)? Frauen und Männer haben unterschiedliche Vorstellungen von Stadtentwicklung und Städtebau. Sie haben andere Forderungen und Wünsche an die Stadt der Zukunft. Architektur und Stadtplanung sind hingegen nach wie vor von Männern geprägte Bereiche.
In einem Zukunfts-Workshop diskutieren wir die Bedürfnisse, Wünsche und Stadtutopien von Frauen und Männern und entwickeln gendersensible Visionen für Zürich. Welche Stadt wollen wir - Frauen und Männer - mit all unseren spezifischen Lebensformen und Geschlechter-Rollen? Wie wird der öffentliche Raum zum Raum von uns Männern und vor allem auch von uns Frauen? Alle sind eingeladen zur Mitgestaltung!
Mi, 23. März, 20.00
Rote Fabrik, Clubraum SEX AND CITY-PLANNING II - PODIUM
ZÜRCHER STADTPLANUNG AUS DER GENDER-PERSPEKTIVE
Ein Podium mit ExpertInnen für Genderfragen und Stadtentwicklung greift die Ergebnisse des Workshops auf und fragt nach dem Handlungsbedarf heute in Zürich. Wie haben sich bereits bestehende gendersensible Projekte entwickelt? Welche Visionen und Strategien gibt es für die Zukunft?
So, 13. Februar 2005, 13.00
Rote Fabrik, Fabriktheater DIE IDEALE STADT
STADTVISIONEN AUS DEM 19. BIS 20. JAHRHUNDERT
[ Link zur Homepage von «Öngel - schöner Wohnen für alle» ]
Referat / Als Abschluss der Performance «Öngel - schöner wohnen für alle» - vom 4. bis 13. Februar entsteht im Fabriktheater eine visionäre Kartonstadt - stellt Geschichtsprofessor Bruno Fritzsche* Stadtvisionen, utopische Siedlungsformen und neue Ansätze der Stadtplanung aus dem 18. bis 20 Jahrhundert vor. Stadtvisionen wie die Gartenstadt, die kollektiven Wohnprojekte der Frühsozialisten, sozialistische Stadtmodelle oder die Stadtutopie bolo’bolo sind immer auch eine Ausdruck von Gesellschaftskritik. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich mit den sozialen Problemen und Schattenseiten der industriellen beziehungsweise kapitalistischen Grossstadt auseinandersetzen und alternative Wege aufzeigen. Das mit Bildern unterlegte Referat bietet einen Einblick in diese Vorstellungswelten und lädt ein zu einen aussergewöhnlichen gedanklichen Sonntagsausflug.
* Bruno Fritzsche ist pensionierter Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zürich; er beschäftigt sich schwerpunktmässig mit Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert.
VERANSTALTUNGEN IM BOGEN 13
Di, 23.11.2004, 20.00 DIE ABSCHLUSS-GALA
Spiel, Film und Spass / Ende November wird der Bogen 13 infolge der Renovation des Wipkinger Viadukts schliessen. Im Laufe des letzten Jahrs hat das stadt.labor neun Podien, sieben Filme, acht Referate zwei Buchvernissagen und zwei Stadtrundgänge organisiert. Grund genug zu feiern: mit dem grossen stadt.labor-Quiz «Wer wird Super-Stadt-LaborantIn?», Satire von p.m., dem Kurzfilm zur Hardbrücken-Sprengung, einer Rede zur Zukunft des Viadukts von Anja Recher (AL) und Musik mit Sepp Omlin. Und keine Angst: das Aus für den Bogen 13 ist nicht das Ende des stadt.labors. Wir greifen auch in Zukunft aktuelle stadt- und wohnpolitische Themen auf.
Di, 16.11.2004, 20.00 CITYPFLEGE MIT ARTIKEL 29:
FILM UND REFERATE ZUM BERNER WEGWEISUNGSARTIKEL
[ Dossier Wegweisungspolitik und Randständige ]
Bereits seit dem 1. Januar 1998 kann die Polizei in Bern Menschen, die zwar nicht straffällig geworden sind, aber von Teilen der Bevölkerung als «auffällig» oder «störend» betrachtet werden, aus dem Stadtbild verdrängen. Der Artikel 29 im kantonalen Polizeigesetz macht dies möglich.
Lange Zeit war diese umstrittene Form der «Citypflege» eine Berner Eigenart, die auf den ehemaligen Polizeidirektoren und rechten Hardliner Kurt Wasserfallen (FDP) zurückgeht. Dies soll sich nun ändern. Geht es nach dem Willen des Zürcher Stadtrates wird nach Winterthur auch Zürich noch vor Jahresfrist einen entsprechenden Wegweisungsartikel in der kommunalen Polizeiverordnung erhalten.
Der genaue Wortlaut und insbesondere die Umsetzung eines solchen Gesetzesartikels sind für Zürich noch unklar. Im Polizeidepartement will man sich derzeit zu entsprechenden Fragen nicht äussern. Unabhängig davon lohnt es sich, einen Blick auf die Berner Wegweisungspraxis und deren Folgen zu werfen.
Das stadt.labor hat dafür die Soziologin Karin Gasser sowie die beiden MitarbeiterInnen von der Berner Gassenarbeit Oli Pettenati und Hélène Lüthi eingeladen. Karin Gasser hat eine Studie zur Wegweisungspraxis verfasst und wird einige zentrale Ergebnisse daraus erläutern. Hélène Lüthi wird über die Auswirkungen der Wegweisungen auf die Randständigen in Bern sprechen und Oli Pettenati berichtet über den vielfältigen Widerstand auf politischer wie auch rechtlicher Ebene. Einleitend wird der Dokumentarfilm «Artikel 29: Aus den Augen, aus dem Sinn» (CH 2003,18 min) von Stefan Brunner gezeigt.
Di, 9.11.2004, 21.00 VIADUKTBOGEN IM QUARTIER - FÜR DAS QUARTIER?
Offene Diskussion / Zusammen mit der Alternativen Liste (AL) lädt das stadt.labor die Quartierbevölkerung zu einer Debatte über die Zukunft des Wipkinger Viadukts. Welche Wünsche und Forderungen haben die BewohnerInnen des Kreis 5? Welcher Abschnitt soll wie genutzt werden? Wer kann und will einen Bogen mieten? Anwesend sind u.a. Andreas Steiger (SBB), IG Viaduktbogen Josefwiese, ehemalige MieterInnen.
Di, 2.11.2004, 21.00 ZÜRCHER STADT-ALTERNATIVEN AUF DER LEINWAND
Kurzfilme / Seit über dreissig Jahren ist die Stadt Zürich ein Experimentierfeld von alternativen Wohn- und Lebensformen, welche das gängige individualisierte und vereinzelnde Wohnmodell und die Trennung von Wohnen, Freizeit und Arbeit in Frage stellen. Das stadt.labor lädt ein zu einem filmischen Streifzug durch eine Kommune der 70er Jahre, die bolo’bolo-Utopie von Karthago der 80er Jahre und deren Realisierungen in den 90er Jahren bis zu alternativen Wohn-, Kultur- und Arbeitsräumen im Zürich des neuen Jahrtausends.
Dokumentation über die WG Heinrichstrasse 109, 1972, 10 min.
Jugendliche 68er-Bewegte - StudentInnen und SchülerInen - sprechen von ihrem Leben in einer 17-Personen-WG im Kreis 5.
Beitrag über Bolo’bolo, 1987, 11 min
Neu gesichteter Eingeborenen-Stamm (Bewegte aus der Zürcher Szene) plant ein erstes Bolo am Stauffacher. Erste Kontaktaufnahme.
Ego lebt, A. Akin, 2002, 15 min
Die technischen Mittel haben sich verändert: das Filmen mit Video hat an Bedeutung verloren, das Internet ist das Medium der Stunde. Doch Häuser werden immer noch besetz - auch wenn nicht nur zum Wohnen. Ego lebt gibt einen guten Eindruck über das wohl bekannteste Zürcher Kultursquat des 21. Jahrhundert.
Die Fabritze, Heiner Tobler, 2003, 24 min.
Eine bunte Gruppe von KünstlerInnen, Umweltaktivisten, StudentInnen und GestalterInnen mietet die alte Fabrikhalle der Firma Labitzke Farben in Zürich-Altstetten und macht daraus nicht nur eine WG ohne Zimmer, sondern auch einen Ausstellungs-, Arbeits- und Aufführungsraum.
Karthago - eine real existierende Utopie, C. Hürlimann und M. May, 2004, 40 min
Der dokumentarische Kurzfilm über Karthago zeigt nach sechs erfolgreichen Jahren real existierender Utopie das Entstehen, Bestehen und die Zukunft dieses einzigartigen Wohnprojektes in Zürich. Die Utopie der BesetzerInnen am Stauffacher hat sich seit den 80er Jahren in eine gut strukturierte, familiäre Hausgemeinschaft entwickelt. Vermittelt wird ein kleines Stück revolutionäre Stadtgeschichte, es finden Begegnungen mit engagierten und erfahrenen Wohngenossinnen statt und der Einküchen- und Grosshaushalt wird als ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich vorbildliches Wohnmodell vorgestellt.
Di, 26.10.2004, 20.00 AUTOFREIE STÄDTE - AUTOFREIES LEBEN:
WO STEHT DIE DISKUSSION HEUTE?
Die Forderung nach autofreien Städten hatte Mitte der 90er Jahre Hochkonjunktur in der Schweiz. In Zürich, Bern, Basel und anderen Städten kamen Initiativen zur Abstimmung, die aber alle abgelehnt wurden. Heute sind die Forderungen nach der Reduktion von motorisiertem Individualverkehr bescheidener, obwohl der Verkehr weiter wächst. Autofreie Plätze, Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs oder die Reduktion des Strassenbaus stehen im Vordergrund. Aber wie steht es um die Utopie für autofreie Städte heute? Welche Ideen werden heute in Umweltkreisen diskutiert und/oder politisch/gesellschaftlich bereits umgesetzt, um dem Ziel eines autofreien (-armen) Lebens näher zu kommen? Was muss sich speziell in der Raum-, Siedlungs- und Verkehrsplanung der Städte bzw. Agglomerationen heute und in Zukunft ändern, um die Verkehrswende zu schaffen? Diese und andere Fragen diskutieren Bewegte von verschiedenen Umweltverbänden.
Di, 19.10.2004, 21.00 DODESKADEN - MENSCHEN IM ABSEITS
Film / Akira Kurosawa, Japan 1971, 135 min, OV/f
Akira Kurosawas erster Farbfilm verbindet soziales Engagement und humanistisches Pathos mit eigenwilliger ästhetischer Stilisierung. Dodeskaden setzt sich aus vielen Episoden zusammen, die ein offenes Panorama der Elendsviertel am Rande von Tokio bieten und kommt ohne zentrale Handlung und ohne zentrale Hauptfiguren aus. Entstanden ist ein breit angelegte Fresko einer in sich abgeschlossenen Welt der Armut und des seelischen wie physischen Leidens. Selbst nach einer Kürzung um mehr als 100 Minuten auf immer noch gut zwei Stunden erhielt diese dostojewskische Studie über traurige, auch kuriose Existenzen am Rande der Gesellschaft nicht den Applaus einer auf Prosperität ausgerichteten Gesellschaft. Kurosawa sah sich am Ende seiner Laufbahn und unternahm am 22. Dezember 1971 einen Selbstmordversuch, den er zum Glück überlebte.
Di, 12.10.2004, 20.00 «ERLAUBT IST, WER NICHT STÖRT!»
EIN PODIUM MIT RANDSTÄNDIGEN ZUR SITUATION AUF DER GASSE
[ Dossier Wegweisungspolitik und Randständige ]
Der Druck auf Menschen, die von der Mehrheit der Bevölkerung als «auffällig» oder «störend» betrachtet werden, hat in den letzten Jahren auch in Zürich kontinuierlich zugenommen. Mit immer neuen Massnahmen werden diese Menschen aus dem Stadtbild verdrängt. Doch damit nicht genug: Geht es nach dem Willen des Stadtrates, bekommt Zürich noch vor Ende Jahr einen so genannten «Wegweisungsartikel». So soll die Polizei wie bereits in Bern bald gegen Randständige und andere Personen vorgehen können und diese von öffentlichen Plätzen fernhalten.
Wie erleben die Direktbetroffenen diese Entwicklungen? Wie gehen sie mit den ständigen Polizeikontrollen um? Wie wehren sie sich gegen die verstärkte Ausgrenzung? Unter der Leitung der WoZ-Redaktorin Esther Banz diskutieren Randständige über ihre Erfahrungen und Erlebnisse, die sie tagtäglich auf den Strassen und Plätzen Zürichs machen.
Di, 28.9.2004, 20.15 WEM GEHÖRT UNSER LAND?
Podium / Die Schweiz ist ein kleines, dicht besiedeltes Land. Zum einen wird der Boden immer mehr überbaut, zum anderen befindet sich der grösste Teil des besiedelten Gebietes in Privatbesitz und ist aufgrund der grossen Vermögensunterschiede sehr ungleich verteilt. Alternativen zum Traum vom kleinen privaten Reich scheinen undenkbar. Dennoch gab und gibt es immer wieder Vorschläge für einen alternativen - sprich gemeinsam und nachhaltig genutzten - Bodenbesitz. Zwei Visionäre stellen ihre Sicht eines anderen Bodenrechts vor: Jürg Inniger, ein Wirtschaftsphilosoph, und Marco Lustenberger, Mitglied der INWO (Internationale Vereinigung für eine natürliche Wirtschaftsordnung). Weitere Vorschläge und Diskussionen im Publikum sind willkommen.
Di, 14.9.2004, 21.00 RIFF RAFF
Film / Ken Loach, GB 1991, 94 min
Der junge Stevie (Robert Carlyle), frisch aus dem Gefängnis entlassen, zieht von Glasgow nach London um neu anzufangen. Auf einer Baustelle findet Stevie Arbeit. Hier arbeiten Männer aus dem ganzen Land: sie verwandeln Abbruchbuden in Luxuswohnungen für das obere Drittel der Bevölkerung. Die Arbeiter dagegen gehören zum «Riff Raff» - ein Slang-Ausdruck für Gesindel, für Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben.
Mit herber Ironie und an Beiläufigkeit grenzender Knappheit erzählt der Film vom Alltag unterbezahlter, von Arbeits- und Obdachlosigkeit bedrohter Arbeiter. Durch diese konsequente Gestaltung formuliert der Film eine unspektakuläre, aber um so treffendere Gesellschaftskritik.
Mi (!), 8.9.2004, 18.00 RUNDGANG DURCHS LANGSTRASSENQUARTIER
BESAMMLUNG: INNENHOF ZEUGHÄUSER
(ECKE KANONENGASSE/MILITÄRSTRASSE)
[ Fragwürdige Aufwertungspolitik im Langstrassenquartier ]
Rundgang / Sozial schwache Bevölkerungsschichten werden immer stärker aus der Innenstadt gedrängt - so lautet das Fazit einer Studie vom Geographischen Institut Zürich. Das Langstrassenquartier zwischen Gleisschneise, Sihl, Badener- und Seebahnstrasse gehört zu denjenigen Gebieten der Stadt Zürich, wo dieser Trend heute schon am stärksten erkennbar ist. Und dabei stehen die grössten Veränderungen - die Überbauung des Bahnhofs (Neurogate) und die Neuplanung auf dem Kasernen-Areal - erst an, die städtische «Aufwertung» entlang der Langstrasse beginnt erst langsam Wirkung zu zeigen. Ein Stadtrundgang soll aktuelle Entwicklungen im Quartier aufzeigen und kritisch beleuchten: die Kaserne als Hot Spot der Global City, die allgegenwärtige Videoüberwachung, Aufwertung und Verdrängung, und und und. Nach dem Rundgang gibt’s etwas zu essen, anschliessend Bar.
Di, 29.6.2004, 20.15 END-STADION ZÜRICH:
FEHLPLANUNG IN EINER BANANENREPUBLIK
[ Interview mit dem Stadtforscher Christian Schmid ]
[ Dossier Stadion ]
Präsentation / Wenn sich prestigeträchtige Megaprojekte plötzlich in Luft auflösen, wird selten ernsthaft nach Ursachen des Scheiterns gesucht und noch seltener aus Fehlplanungen gelernt. Denn Motor sind oft rücksichtslose Planungsfantasien einzelner Politiker, die sich gerne selbst ein Denkmal bauen wollen. Über die wirklichen Planungsprobleme, die längst nicht mehr vor der Stadtgrenze halt machen, wird hingegen beharrlich
geschwiegen. Nicht so im stadt.labor, wo am 29. Juni über die drohende Abwanderung des Finanzplatzes Zürich, die fehlende Planungskultur auf kantonaler Ebene und die sozialen Folgen der Planungsstrategien diskutiert wird. INURA Zürich (International Network for Urban Research and Action) stellt Thesen aus interdisziplinären Workshops vor.
Di, 22.6.2004, 20.15 NEUROGATE
[ Aktuelles zu Eurogate
]
Kurzreferate und offene Diskussion / Eurogate ist tot - so schien es. Doch die SBB veranstaltet bereits wieder Planspiele zur künftigen Nutzung ihres zentral gelegenen Bodens. Beim Hauptbahnhof soll ein noch grösseres Neu-Eurogate entstehen, entlang den Gleisen bis nach Altstetten sind weitere Projekte in der Schublade bereit.
Co-Produktion mit der IG Kreis 5.
Di, 15.6.2004, 20.15 VOM INDUSTRIEZENTRUM ZUR «DOWNTOWN SWITZERLAND»
Podium / Zürich, einst die grösste Industriestadt der Schweiz, sieht sich heute primär als internationales Zentrum des Finanzsektors. Nicht nur der grösste Teil der produzierenden Maschinenindustrie, auch die Massenfertigung lokal konsumierter Güter wie Bier und Joghurt verschwand in den letzten zehn Jahren aus Zürich. Eine städtische Standort- oder Arbeitsmarktpolitik, welche ein Gleichgewicht zwischen sekundärem und tertiärem Sektor bzw. zwischen handwerklichen und dienstleistungsorientierten Berufen anstrebt, findet nicht statt. Mit der weitgehenden Öffnung der Industriezonen förderte die Stadt in den letzten Jahren die Desindustrialisierung. An einem Podium wird die Frage aufgeworfen, wie diese Entwicklung einzuschätzen ist und ob eine fortschrittliche Stadtentwicklungspolitik Entmischungstendenzen beim Arbeitsmarkt entgegenwirken muss.
Co-Produktion mit dem Gewerkschaftsbund der Stadt Zürich.
Di, 8.6.2004, 20.15 RAUMPFLEGE ZÜRICH: WIR BITTEN UM IHR VERSTÄNDNIS
Erkundungen / Europaweit entstehen grossflächig homogenisierte und privat/wirtschaftlich kontrollierte Innenstädte. Zum schweizweiten «Gassenaktionstag gegen die Verdrängung von Randständigen» stellt der Studienbereich Neue Medien der HGKZ die Frage, «was» von wo nach wo verschoben wird: Ist Zürich eine Insel der Glückseligen oder Horror der Normalität? Einleitung: Monika Ewa Wisniewska (HGKZ Zürich) und Jochen Becker (Berlin).
Di, 1.6.2004, 20.15 DENKMALSCHUTZ - HEMMKLOTZ ODER BEREICHERUNG?
Podium / Der Schutz von Häusern ist eigentlich Sache des Amtes für Denkmalpflege. Aber auch der Heimatschutz kämpft als privater Verein für den Erhalt von wichtigen Bauzeugen. Diese «Konkurrenz» zwischen öffentlichem Amt und privater NGO kann belebend wirken, aber auch problematisch sein. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Stadt Zürich. Neben der gesamtstädtischen Entwicklung wird auch auf die Situation in bestimmten Quartieren oder auf einzelne Gebäude oder -gruppen eingegangen werden. Eine weitere Diskussion entspannt sich um das gerade aktuelle Verbandsbeschwerderecht. Hier soll abseits der gehässigen Schlagzeilen über die Vor- und Nachteile dieses rechtlichen Mittels debattiert werden. Am Podium diskutieren nach je einem kurzen Referat ein Vertreter des Stadtzürcher Heimatschutzes, der städtischen Denkmalpflege und des ETH-Instituts für Denkmalpflege miteinander über das Thema. Anschliessend besteht für das Publikum die Gelegenheit, Fragen zu stellen.
Di, 11.5.2004, 17.30 STADTRUNDGANG DURCH DEN KREIS 5
Unter dem Titel «Vom Scherbenviertel zum Glaspalast» stellt Gertrud Vogler vom 30. April bis zum 30. Juni im Restaurant tant pis Bilder über den Kreis 5 aus. Die langjährige WoZ-Photographin zeichnet den Wandel des ehemaligen Arbeiterquartiers seit Anfang der 80er Jahre auf und thematisiert Umnutzungen, Drogenelend, Widerstand gegen Quartierzerstörung, aber auch Szenen aus Alltag und Kultur. Auf einen Stadtrundgang durch den Kreis 5 werden in der Ausstellung thematisierte Orte und aktuelle Brennpunkte aufgesucht: Eurogate, Wohlgroth, Ex-Bronx (Sugus-Häuser bei den Gleisen) und viele mehr. Besammlung: 17.30, Restaurant tant pis, Konradstrasse 73. Nach dem Rundgang gibts im stadt.labor Bar und Verpflegung.
anschliessend an den Rundgang
Di, 11.5.2004, 20.30 BUCHVERNISSAGE
THE CONTESTED METROPOLIS
Mark Saunders von Spectacle London wird die Vernissage mit Videobeiträgen aus verschiedenen Städten Europas beginnen. Mark Saunders ist bekannt durch seine engagierten Filme zur Poll Tax Riot in London «The Battle of Trafalgar», den Nazi-Angriffen auf ein von Vietnamesen bewohntes Haus in Rostock «The Truth Lies in Rostock» und seine Reportagen über das Exodus Collective in Luton/UK «Exodus - Movement of Jah People» (siehe auch www.spectacel.co.uk).
Nach 21.00 präsentieren Mitglieder von INURA - INURA - ein Zusammenschluss von Stadt-AktivistInnen und ForscherInnen aus über 30 Ländern weltweit - ihr drittes Buch «The contested Metropolis - Six Cities at the Beginning of the 21st Century».
Di, 4.5.2004, 21.00 PLAYTIME - OPEN AIR
Jacques Tati, F 1965, 119 min
Nach zehn Jahren in der Wüste kehrt Monsieur Hulot nach Paris zurück und erkennt es kaum wieder. Die berühmten Pariser Sehenswürdigkeiten sind nur noch Reflexionen in den Glastüren der zahlreichen Hochhäuser. Das alte Paris ist nur noch eine Spiegelung, ein Traum. Die futuristische Welt verwandelt sich für Hulot schnell in ein infernalisches Labyrinth, in dem der sanfte Träumer unwillentlich ein totales Chaos anrichtet. Die moderne Architektur stehen in Tatis Meisterwerk nicht für die Demokratisierung des Alltaglebens, sondern für die Tyrannei des Komforts. Alle Figuren in Playtime folgen streng der Vorgaben der Architektur, gehen fast nur geradeaus, kaum je in eine Kurve. Jede Abweichung wäre schon Anarchie. Dank Tatis gewitzter, scharfsinniger Choreografie des Alltags gerät der Slapstick so zur Zivilisationskritik.
Eine Co-Produktion mit der ag-film der Roten Fabrik. Bei Regen im Trockenen!
Di, 27.4.2004, 20.15 SPRENG DIR WAS!
[ Die Ergebnisse
]
Gemeinsam mit der Fabrik Zeitung führte das stadt.labor eine Umfrage durch, welches Bauwerk in Zürich zu sprengen sei. An einem bombastischen Gala-Abend werden die Ergebnisse im stadt.labor präsentiert. Vor der
Bekanntgabe kann auf die Top 3 gewettet werden, wir spielen die schönsten Spreng-Songs, es wird ein Film über die Sprengung einer Plattensiedlung in Sheffield (GB) vorgeführt und als Höhepunkt des Abends sprengt funkel werk ein Modell des Gewinner-Bauwerks.
Controlled Demolition Jörg Siepmann, D 1997, 45 min
«Alles bricht zusammen, nur das Einreissen der Häuser funktioniert perfekt», sagt ein Mieter, der sein langjähriges Zuhause verlassen musste um der Vision der kontrollierten Zerstörung Platz zu machen. Im betroffenen Viertel leben Menschen, für die das «freie» kapitalitische Wirtschaftssystem keine Verwendung mehr hat. 80 Prozent sind arbeitslos und fristen - auf die Sozialhilfe angewiesen - ein Leben am Rande des Existenzminimums. Einer zum Beispiel besitzt nur noch eine einzige Glühbirne, die er vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer mitnehmen muss, wenn er dort Licht haben will. Nur Mick gehört zu den wenigen, die noch einen festen Job haben: Er ist Sprengmeister. Minutiös bereitet er den «Blow down day» vor, an dem auch die Ministerin anreisen wird, um die einstürzenden Neubauten zu bewundern. Denn das ist das einzige, was in diesem sozialen Ghetto noch funktioniert: die kontrollierte Zerströrung.
Jörg Siepmanns Dramaturgie schlägt einen Bogen zwischen der politisch verordneten Zerstörung und dem lakonischen Skeptizismus der Bewohner. Die akkurate Demontage des Alten ist noch kein Glücksversprechen für Sheffields Zukunft, wie die Schlusspointe des Films offenbart. «Jetzt kann ich sehen, soweit das Auge reich», sagt ein Anwohner. Aber die gigantische Staubwolke, die uns der Regisseur zu Beginn des Films vorenthalten hat, legt eine andere Perspektive nahe.
Di, 6.4.2004, 20.15 SCHÖNE NEUE STADT: TOTAL SAUBER UND SICHER
LESUNG VON ELISABETH BLUM
[ Elisabeth Blum im Tages-Anzeiger ]
Elisabeth Blums neues Buch folgt dem Siegeszug des Modebegriffs Sicherheit von der Stadt bis in die geheimsten Winkel menschlichen Fühlens. Die gezielte Herstellung von Unsicherheitsszenarien - überall Überwachungskameras und Sicherheitspersonal - soll den Beweis für die angeblich zunehmende Gefährlichkeit der Stadt liefern. Als «gefährlich» gelten inzwischen alle Formen abweichenden bzw. auffallenden Verhaltens - sie werden beobachtet, registriert, verfolgt, kriminalisiert und ausgegrenzt - sauber ist die Stadt erst, wo Territorien privatisiert und Zugänge reguliert werden. Kameras sind Installationen einer «Besserungsmaschine», der es um die Disziplinierung der Stadtgesellschaft geht. Elisabeth Blum thematisiert nicht nur jene rhetorischen Verdrehungen, die unentwegt zur Verschiebung der Bedeutung von Begriffen führen; sie beobachtet auch, dass totalitäre Praktiken sich wie selbstverständlich in Gesellschaften einzunisten beginnen, die sich als demokratische verstehen.
Eine Co-Produktion mit der Veranstaltungsreihe Frühlingsüberwachen: www.bigbrotherawards.
Di, 23.3.2004, 20.15 LEBENSRÄUME DER ZUKUNFT?!
Podium / Vertreterinnen alternativer Wohn-, Kultur- und Lebensräume in Zürich diskutieren über ihre Eigenart und über die Möglichkeit gemeinsamer Strategien zur Beeinflussung der zukünftigen Stadtentwicklung. Mit dabei: Fabritzke, KraftWerk 1, Genossenschaft Durchbruch, Künstlerkollektiv Plattenstrasse, Gross-WG-Heinrichstrasse, Karthago. Gesprächsleitung: Dominique Oehler.
Di, 9.3.2004, 20.15 «SIEDLUNG BERNERSTRASSE»
[ Buch zur Siedlung Bernerstrasse ]
Buchvernissage / Das Buchprojekt von Franziska Stärk portraitiert 26 ehemalige MieterInnen der städtischen Siedlung Bernerstrasse, welche im April einem Neubau weichen muss. Dabei kommentieren die oft sozial schwachen und ausländischen BewohnerInnen die städtische Umsiedlungspolitik und ihre Lebensgeschichten - resigniert, offen, zornig, subjektiv und direkt. Vernissage mit Kurzbeiträgen von Portraitierten.
Di, 2.3.2004, 21.15 LE MANI SULLA CITTA
Film, I/F 1963, Francesco Rosi, 95 min
Baulöwe Eduardo Nottola wirtschaftet als Stadtrat in seine eigene Tasche. Als eines seiner Häuser einstürzt und dabei Menschen getötet werden, wird die Presse auf Nottola aufmerksam - aber der Spekulant ist gerissen und mächtig.
Gemeinsam mit seinem Jugendfreund Raffaele La Capria verfasste Regisseur Francesco Rosi («Chronik eines angekündigten Todes», «Lucky Luciano», «Wer erschoss Salvatore G.?»), der selbst aus Neapel stammt, das Drehbuch zu «Le Mani Sulla Citta», einem Film, der damals wie heute von grösster Realitätsnähe ist. Rosi selbst schrieb über den Film: «Die im Film auftretenden Personen und dargestellten Ereignisse sind fiktiv, authentisch aber sind die soziale Realität und die Lebensbedingungen, die sie hervorbringen.» Bewusst zeichnete Rosi die Protagonisten weniger als individuelle, psychologische Charaktere, sondern als Träger öffentlicher Rollen in einem politischen System. Die Rolle des Bauunternehmers Nottola besetzte er mit dem Hollywood-Star Rod Steiger. «Le Mani Sulla Citta», der bei seinem Erscheinen heftige Diskussionen auslöste und von der «Linken» als reformistisch kritisiert wurde, erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem einen Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig 1963.
Di, 24.2.2004, 20.15 YPSILON - DIE RÜCKKEHR
[ Hintergründe zum Ypsilon
]
Der Boom von Zürich West hat das seit Jahrzehnten schlummernde Strassenprojekt Ypsilon geweckt, das die drei Autobahnen von Bern, Chur und Winterthur mitten in Zürich verbinden soll. Der Kanton will eine mutierte Version davon von Bund bewilligen lassen. Grundeigentümer, Vertreter der Wirtschaft, Quartierbevölkerung und Verwaltung schlagen in einer Kooperativplanungsrunde eine quartierverträglichere Alternative vor. Stadtwanderer Benedikt Loderer, Stadtingenieur Urs Spinnler, der engagierter Architekt Andreas Hofer und SP-Gemeinderat Markus Zimmermann fühlen der vertrackten Historie und der Alternative auf den Zahn, spüren den Schlüssel zur Strassenbaukasse des Bundes auf und richten einen Blick auf die kaum steuerbaren Entscheidungs- und Planungsprozesse der Zürcher Verkehrspolitik. Gesprächsleitung: Marco de Carli.
Di, 20.1.2004, 21.15 WANDEL DER ZÜRCHER STADTENTWICKLUNGSPOLITIK
[ Katerstimmung in Zürich West, Hintergrundbericht aus der WOZ Nr.3, 15.01.2004 ]
[ Kritik an Zürichs Stadtentwicklungspolitik - Bericht zum Podium, Landboten 22.1.2004 ]
[ Interview mit Orlando Eberle, Tagblatt 26.1.2004 ]
Während sich in Zürcher Stadtentwicklungsfragen lange Zeit zwei mehr oder weniger starke Blöcke entgegenstanden, zeigen sich in den 90er Jahren immer deutlicher die Konturen einer neuen Allianz: Der rot-gräne Stadtrat erhob Wirtschaftsförderung zum zentralen Ziel der Stadtentwicklung. Sei dies mit dem Legislaturziel «10'000 Wohnungen in 10 Jahren», der Quartieraufwertungspolitik oder der Planung in Zürich West.
Ein Gespräch mit dem Planer Orlando Eberle analysiert die politischen Veränderungen; danach diskutieren Niggi Scherr (AL) und Werner Sieg (SP) über den Möglichkeiten der Einflussnahme der Realpolitik auf die Stadtentwicklung und die Bedeutung des Paradigmawechsel. Gesprächsleitung: Thomas Stahel.
Di, 13.1.2004, 21.15 HEIMAT ODER HÖLLE
Marianne Pletscher und Hans Haldimann, CH 1995, 105 min
Vorführung des Dokumentarfilms von Marianne Pletscher und Hans Haldimann über den Wandel im Kreis 5 von Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre. Ein Stück Geschichte Zürich - kultverdächtig.
Di, 30.12.2003, 21.15 WONDERLAND
John O'Hagen, USA 1997, Englisch (ohne Untertitel), 80 min
[ Infos zu Levittown ]
Als 1945 der Krieg zu Ende war, kehrten die amerikanischen Soldaten aus aller Welt von den Kiegsschauplätzen in ihre Heimat zurück. Hier aber erwartete sie die grösste Wohnungsnot, welche die USA je gesehen hatte. Es war der Architekt William Levitt, der für diese Probleme eine schlicht geniale und dem amerikanischen Lebensstil entsprechende Lösung fand. Er entwarf aus insgesamt 17'000 identischen vorfabrizierten Einfamilienhäusern mit standardmässig eingebauten Fernseher die Reissbrett-Siedlung Levittown im Staate New York. Schon 1947 konnten die ersten BewohnerInnen hier einziehen. Knapp fünfzig Jahre später setzt sich der Autor John O'Hagan in Wonderland mit dem Phänomen dieser künstlich angelegten Siedlung auf witzige, unterhaltende Weise auseinander und zeigt auf, wie in ihr über die Jahre hinweg das Uniforme individuelle Züge angenommen hat.
Di, 16.12.2003, 20.00 ZÜRICH: EGO-CITY?
[ Statements fürs Viereck ]
Welche Bedeutung haben das Ego und ein intaktes Geviert wie das Viereck
für Zürich? Antworten und Einlagen von Anne Stähelin (Frauenlobby
Städtebau), Balthasar Glättli (Grüne), Christian Schmid (Stadtforscher,
INURA), Felix Iten (Rote Fabrik), p.m. (Stadtutopist), Monika Stocker (Anwohnerin) und Ania Recher (AL).
Di, 25.11.2003, 20.00 ERTRÄGT AUSSERSIHL EIN POLIZEI- UND JUSTIZZENTRUM (PJZ)
Am 30. November entscheidet das Stimmvolk im Kanton Zürich über das PJZ auf dem Areal des
Güterbahnhofs im Stadtzürcher Kreis 4. Dabei geht es für das schon heute verkehrs- und polizeibelastete
Quartier um eine Weichenstellung. Auf einem Podium kreuzen Gabi Petri (Grüne) und Koni Loepfe (SP) die
Klingen. Gesprächsleitung: Richard Wolff (INURA).