Manifest zum Schutz von preiswertem
Wohnraum in Zürich
Wohnraum wird in Zürich
immer mehr zum Luxusgut. Während sich gutverdienende Haushalte immer
mehr Fläche leisten können, finden andere kaum mehr eine zahlbare Wohnung.
Während einkommensstarke Doppelverdiener/innen ins Zentrum ziehen, werden
immer mehr Haushalte mit kleinerem Einkommen an den Stadtrand oder weg von
Zürich gedrängt und aus ihren sozialen Zusammenhängen und Netzen gerissen.
Die aktuelle städtische Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik, wie sie
namentlich der bisherige Vorsteher des Hochbaudepartements vertritt,
fördert diese Entwicklung. Dadurch, dass in erster Linie steuerkräftige
Haushalte nach Zürich gelockt werden, unterstützt die Stadt eine Umschichtung
in den zentrumsnahen Quartieren.
Wir verlangen von
der Stadtregierung, dass sie sich nicht nur um den Zuzug von steuerkräftigen
Einwohner/innen bemüht, sondern auch günstige Wohnungen schützt bzw. deren
Bau ermöglicht.
Dazu
unterbreiten wir dem neuen Stadt- und Gemeinderat folgende Forderungen:
a)
Mieter/innen von städtischen Liegenschaften
sollen bei Sanierungen angehört werden, wann und in welchem
Umfang renoviert wird. Für Erneuerungsvorhaben sind Kostendächer
festzulegen, die massvolle Mietaufschläge ermöglichen.
Sanierungsvarianten sollen jeweils im Hinblick auf ihre sozialen
Auswirkungen evaluiert werden. Kostengünstige Alternativen zur
Schaffung von grösseren Wohnungen sind zu prüfen (z.B. Anbauten
statt Wohnungszusammenlegungen).
b)
Die Stadt soll das Legislaturziel
«10'000 Wohnungen in 10 Jahren» so anpassen respektive die
Wohnbaupolitik neu überdenken, dass in Zürich weiterhin
genügend günstige Wohnungen für Familien,
Rentner/innen, Alleinerziehende und Studierende mit kleinerem
Einkommen geschaffen bzw. erhalten werden.
c)
Die Stadt soll eine aktive städtische Wohnbaupolitik
betreiben und und grosse Wohnungen bauen, die deutlich
unter 2000 Franken Miete pro Monat liegen. Die Abgabe von
städtischem Land im Baurecht soll an die Bedingung geknüpft
werden, dass preisgünstige Wohnungen erstellt werden. Die
Ausstellung «Stand der Dinge - Neustes Wohnen in Zürich» hat
gezeigt, dass dies nach wie vor möglich ist, jedoch viel zu
selten realisiert wird.
d)
Die Stadt soll sich dafür einsetzen, dass bei der
Umnutzung von Industriebrachen möglichst hohe Wohnanteile
realisiert werden.
e)
Die Stadt soll sich beim Kanton einsetzen, dass ein Gesetz nach dem Vorbild des
«Sozialgerechten Benutzungsmodells» in München erlassen wird, das
Bauherren verpflichtet, auf 20% der Wohnfläche preiswerten Wohnraum zu
erstellen, so dass auch in Neubauten eine soziale Durchmischung möglich
wird.
Gewerkschaftsbund Zürich, GBI Sektion Zürich, GBI Region Zürich,
VPOD Sektion eidgenössisches Personal Zürich, Mieterinnen- und Mieterverband
Stadt Zürich, Kirchlicher Sozialdienst Zürich, Grüne Stadt Zürich, Juso Stadt
Zürich, Genossenschaft KraftWerk1, Genossenschaft Dreieck, Genossenschaft Karthago,
Genossenschaft Gleis 70, Genossenschaft Nordpol, Genossenschaft hausundco,
Genossenschaft platten 64, INURA Zürich Institut - International Network for
Urban Research and Action, Riedtli-Verein, IG Kreis 5, Verein Viereck, denk mal!
Kreuzplatz, Aussersihl 2001, Avanti Papi / Progressive Väter Schweiz,
Frauendruckerei Genopress, Frauen Dienstleistungs-, Gewerbe- und Kulturzentrum
Zürich AG, WoZ, Filmclub Xenix, Rote Fabrik
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