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STADT-WOHNEN
ist ein Portal für kritische wohn- und stadtpolitische Debatten. Die Seite gibt Alternativen und Hinter- gründe zu Wohnungsnot, Mietzinsproblematik und Stadtentwicklung. Im Archiv findet sich eine breite Palette von Texten und Analysen zum Thema.

 


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Mietzinsproblematik in Zürich

Wohnen gehört zum Grundbedürfnis des Menschseins

Die Lohnentwicklung seit den 90er Jahren hat in vielen Branchen mit den Mietzinserhöhungen nicht Schritt gehalten. Von 1989 bis 2002 sind die Mietkosten im Kanton Zürich mit 51% mehr als anderthalbmal so stark gestiegen wie die Lebenshaltungskosten insgesamt mit 31%. Wie die Unter-suchung «Mietbelastungen und Wohnverhältnisse» (Band 73 der Schriftenreihe Wohnungswesen des Bundesamts für Wohnungswesen) zeigt, hat die Brutto-Mietbelastung bei den Rentnerinnen und Rentnern zwischen 1990 und 1998 erfreulicherweise deutlich abgenommen, sich jedoch bei allen anderen Altersgruppen deutlich erhöht. Markant ist der Anstieg vor allem bei Paaren mit Kindern und Alleinerziehenden:

      19901998
Paare mit Kindern    15.8%16.8%
Alleinerziehende    19.8%23.7%
 


Im Kanton Zürich ist gemäss dieser Untersuchung die Zahl der Haushalte mit über 20% Mietbelastung von 31 auf 35 Prozent angestiegen.

Die Stadt Zürich sollte eine aktivere Wohnbaupolitik betreiben, die Haushalten mit durchschnittli-chem Einkommen Wohnen in der Stadt erlaubt, so sollten zum Beispiel 4-Zimmerwohnungen deutlich unter Fr. 2000.- angeboten werden. Es darf nicht sein, dass immer mehr Familien zu Fürsorge-empfängern werden. Das Gleiche gilt für Alleinerziehende. Dabei sollten ebenso Jüngere wie junge Werktätige und Student/innen die Möglichkeit haben, in Zürich zu wohnen. Aus diesem Grunde dürfen die heute zum Teil preisgünstigen städtischen Wohnungen auf keinen Fall im Rahmen von Sanie-rungsmassnahmen zu Wohnungen für den oberen Mittelstand umgewandelt werden.

Unserer Meinung nach ist es nicht die Aufgabe einer Stadtverwaltung, Wohnungen von diesem Typus zu schaffen und zu vermieten. Für eine bürgernahe Wohnbauförderung wäre es nützlich, wenn die Stadt Zürich vermehrt Land im Baurecht Wohnbaugenossenschaften zur Verfügung stellt und günstige Baukredite ermöglicht. Mit solchen Massnahmen könnten mittel- und langfristig erhebli-che Steuergelder gespart werden. Eine kürzlich erstellte Studie von Wüest & Partner im Auftrag der kantonalen Volkswirtschaftsdirektion hat ergeben, dass dank günstigeren Wohnungen von Genos-senschaften und öffentlicher Hand die Stadt Zürich pro Jahr mindestens 10 Mio. Franken an Sozial-hilfeleistungen und AHV/IV-Zusatzleistungen einspart; im ganzen Kantonsgebiet sind es minde-stens 22 Mio. Franken.

Schaffen von günstigem Wohnraum ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht nötig, sondern auch unter dem Aspekt des Umweltschutzes sinnvoll: Wohnen und Arbeiten ohne grosse Distanz.

Köbi Hauri
Präsident der Region 5 Zürich der GBI Gewerkschaft Bau und Industrie
Vizepräsident eidg. Personal Zürich VPOD Verband Personal öffentlicher Dienste

 

 

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