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STADT-WOHNEN
ist ein Portal für kritische wohn- und stadtpolitische Debatten. Die Seite gibt Alternativen und Hinter- gründe zu Wohnungsnot, Mietzinsproblematik und Stadtentwicklung. Im Archiv findet sich eine breite Palette von Texten und Analysen zum Thema.

 


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Aussersihl
Richtig investieren statt später reparieren!

1. Im Hinblick auf einen Augenschein der kantonalen Baurekurskommission wird in den nächsten Tagen das Baugespann für die neue Überbauung im Viereck stehen und für alle wieder deutlich sichtbar machen, welcher städtebaulicher Unsinn mit grässlicher Architektur hier geplant und nach dem Verständnis der städtischen Baubewilligungsbehörden realisiert werden soll:
- das Schmuklerski wird einbetoniert
- das Gegenüber vom teuer renovierten Bezirksgebäude wird ein massiger 0815-Bau werden
- statt der besonderen Baumeisterarchitektur im Quartier sollen fünfstöckige langweilige Baufassaden das Viereck einkesseln
- statt der beiden stattlichen Häuser: Ankerstrasse 38 und Wyssgasse 9 werden Lofts und Büros und Appartements gebaut
- statt einer kleingewerblichen und nachbarschaftlichen Struktur mit sozialer Kontrolle werden anonyme Citystrukturen entstehen
- statt das "Viereck" als städtebaulichen Akzent zu erneuern wird eine Architektursünde eines der letzten Stücke von Alt-Aussersihl zerstören.

2. Die laufenden Rechtsmittel werden im Einverständnis mit dem Verein Viereck vom Zürcher Heimatschutz mit aller Hartnäckigkeit geführt. Der Verein Viereck erachtet es allerdings als sehr viel vielversprechender, eine politische Lösung zu finden und ruft alle konstruktiven Kräfte zu diesem Weg auf. Das wäre billiger und städtebaulich effektiver.

3. Der Verein Viereck bittet die involvierten Kreise zu einer Spurgruppe und hofft, mit ihnen einen Runden Tisch organisieren zu können; denn
- die Zürcher Kantonalbank steht in der Legitimation: sie hat Ende der 90er Jahre für nur 2,7 Mio. ein grosses Stück Alt-Aussersihl an einen Spekulanten verkauft und unterstützt weiterhin die Finanzierung einer Überbauung, die in ihrer architektonischen Qualität höchst umstritten ist und deren Ersteller in seinem Geschäftskanton extrem unter Druck steht. Ein Rückkauf und ein Zurverfügungstellen der Grundstücke für eine städtebaulich verantwortbare Entwicklung sind zu prüfen.
- die Stadt Zürich proklamiert zwar den Legislaturschwerpunkt «Lebensqualität in allen Quartieren», erlaubt andererseits eine Überbauung, die nur zerstört, Lebensqualität beeinträchtigt und die soziale Kontrolle anonymisiert
- das Projekt Langstrasse plus will für teures Geld Liegenschaften des Langstrassenquartiers zurückkaufen und die soziale Struktur im Quartier wieder auf menschliche Masse rückbauen; im Viereck wäre präventiv noch eine positive Entwicklung zu ermöglichen resp. eine destruktive zu verhindern
- der Quartierverein Aussersihl kann es doch nicht zulassen, dass ein weiteres Stück Alt-Aussersihl verbaut und citylike verschandelt wird, während er schon lange ein geeignetes Objekt für ein Quartiermuseum sucht; das heutige Egocity bietet sich geradezu dafür an
- der Verein Jugendwohnungen weiss, wie begehrt die Wohnsituation Kreis 4 für Jugendliche und Studierende ist; in den Häusern Ankerstrasse 38 und Wyssgasse 9 könnten einige begehrte Wohneinheiten realisiert werden, was auch dem stadträtlichen Legislaturschwerpunkt 200 neue Jugendwohnungen entspricht
- die Stiftung PWG könnte die kleingewerblichen Betriebseinheiten im Viereck, die dringend einer Renovation bedürfen unterstützen und erhalten helfen und/oder mit den beiden Häusern Ankerstrasse und Wyssgasse in Ergänzung zum Verein Jugendwohnungen sogar Familienwohnungen in begehrter Lage erstellen
- das Initiativkomitee «Förderung der Wohnlichkeit und des Gewerbes im Kreis 4», das am 3.3.03 an die Öffentlichkeit getreten ist, kann hier als Partner für ein erstes Projekt einsteigen.

4. Der Verein Viereck will alles daran setzen, dass neue konstruktive Lösungen gesucht und gefunden werden können:
- Es soll eine Win-winsituation hergestellt werden: Rückkauf des Bodens und Vergleichsverhandlungen mit dem Bauherren, damit langjährige juristische Streitereien und hohe Kosten verhindert und eine konstruktive Zukunft möglich werden.
Akteure: Kantonalbank, Stadt Zürich und die beiden erwähnten Stiftungen
- Es soll eine Quartierplanung durch die Stadt Zürich für das Viereck eingeleitet werden, damit den besonderen Qualitätsmerkmalen für das heikle städtebauliche und soziale Gebiet Aussersihl Rechnung getragen werden kann; dabei sollen die Jugendwohnanliegen (Egocitianer) und kleingewerbliche Anliegen berücksichtigt werden
- Der Verein Viereck sichert seine Mitarbeit und seine Mitverantwortung in der zukünftigen sozialen Quartiergestaltung vollumfänglich zu

 

 

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