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STADT-WOHNEN
ist ein Portal für kritische wohn- und stadtpolitische Debatten. Die Seite gibt Alternativen und Hinter- gründe zu Wohnungsnot, Mietzinsproblematik und Stadtentwicklung. Im Archiv findet sich eine breite Palette von Texten und Analysen zum Thema.

 


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Übergabe der Petition für ein lebendiges und vielfältiges Viadukt

Zürich, 30. Dezember 2002. Übergabe der Petition zum Erhalt der vielfältigen Nutzungen im Wipkinger Viadukt. Die Petition wurde innert weniger Wochen von mehr als 1600 Personen unterzeichnet. Die Reaktion der SBB fiel bisher zwiespältig aus. Während die Kündigung einer Mehrheit der MieterInnen verschoben wurde, bleibt nach wie vor vieles unklar. An einer Pressekonferenz in den nächsten Wochen gibts aktuelle Infos. Wir bleiben dran.


INHALT DER PETITION
Der Kreis 5 lebt von der kulturellen Vielfalt ihrer BewohnerInnen und vom Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen und Betriebe. Preisgünstige Gewerberäume im Quartier sind mittlerweile schwer zu finden. Im Quartier verankerte Handwerksbetriebe und Kulturschaffende mit kleinem Budget werden zunehmend an den Stadtrand verdrängt. Das Wipkinger und Letten Viadukt ist ein Ort, wo quartierbezogene urbane Qualitäten erhalten blieben. Bananen + Frucht, Bogen 13, die Velowerkstatt und ein griechischer Comestibles sind nur die bekanntesten Beispiele. Per Ende März 2003 kündigt nun aber die SBB allen MieterInnen die Verträge; das Bahnviadukt wird technisch saniert. Befürchtet wird eine Neuvermietung, die den Aufwertungskriterien der sogenannten «Neuen City» Zürich West entspricht.


DESHALB FORDERN WIR VON DER SBB-IMMOBILIENVERWALTUNG:

- RÜCKZUG DER KÜNDIGUNGEN, um das Vertrauensverhältnis wieder herzustellen und die nachfolgenden Massnahmen gemeinsam mit dem Verein IG Viadukt umsetzen zu können.

- EIN ZWISCHEN-NUTZUNGSKONZEPT, das die bestehende Mieterschaft berücksichtigt. Die technische Sanierung des Viadukts - gegen welche nichts einzuwenden ist - erfolgt in Etappen. So soll auch eine etappierte Freigabe der Viaduktbogen möglich sein. Eine Überführung der Zwischennutzung in ein Konzept der nachhaltigen Endnutzung soll ermöglicht werden, damit die heutigen Gewerbetreibenden im Viadukt weiterhin ihre Dienstleistungen im Quartier anbieten können.

- EIN NACHHALTIGES END-NUTZUNGSKONZEPT, das weiterhin preisgünstige Gewerbeflächen gewährleistet, so dass die soziale und gewerbliche Durchmischung im Quartier erhalten bleibt. Die Bedürfnisse der EinwohnerInnen des ehemaligen ArbeiterInnenquartiers sollen priorisiert werden und nicht das Angebot der oberen Preisklasse für VergnügungstouristInnen und NeuzuzüglerInnen.

- DIE MÖGLICHKEIT EINES BAURECHTS, so dass der Verbleib der MieterInnen langfristig gesichert ist und Investitionen getätigt werden können. Nach der erfolgten technischen Sanierung soll den heutigen und den neuen NutzerInnen die Möglichkeit eingeräumt werden, die Viaduktbogen im Baurecht zu übernehmen.

 

 

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