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STADT-WOHNEN
ist ein Portal für kritische wohn- und stadtpolitische Debatten. Die Seite gibt Alternativen und Hinter- gründe zu Wohnungsnot, Mietzinsproblematik und Stadtentwicklung. Im Archiv findet sich eine breite Palette von Texten und Analysen zum Thema.

 


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Hoher Nein-Stimmen-Anteil muss Folgen haben

Das Komitee Fussball statt Shopping dankt allen Zürcherinnen und Zürchern, die mit einem Nein zu den beiden Stadion-Vorlagen der Kommerzialisierung des Sports und einer verfehlten Stadtentwicklung die gelbe Karte gezeigt haben. Angesichts der grossen Popularität, die der Sport im Allgemeinen und der Fussball im Besonderen haben, müssen die 40,8 Prozent Nein-Stimmen zur Beteiligung der Stadt Zürich am Stadion den politisch Verantwortlichen zu Denken geben. Jetzt rächt sich, dass man über Jahre an den Bedürfnissen der Menschen und der Fans vorbeigeplant hat.
Für das Komitee Fussball statt Shopping ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Behörden im nun anstehenden Baubewilligungsverfahren die Eingaben der Bauherrschaft mit der nötigen Sorgfalt und Unabhängigkeit prüfen und insbesondere die Vorgaben der Umweltverträglichkeitsprüfung im Detail umgesetzt werden. Es ist für uns ebenfalls selbstverständlich, dass die zuständigen Instanzen allfällige Rekurse in aller Unabhängigkeit und mit grosser Sorgfalt prüfen.
Das Komitee Fussball statt Shopping erachtet das Abstimmungsergebnis als Verpflichtung, in Zukunft darüber zu wachen, dass die in der Abstimmungskampagne von der Bauherrschaft und den Behörden gemachten Versprechen eingehalten werden.

Wir erwarten:
- dass Planung und Bau der Tramlinie 18 unabhängig von der weiteren Stadionplanung an die Hand genommen wird;
- dass die Pfingstweidstrasse nicht zur Stadtautobahn ausgebaut wird, die A1 ab der Stadtgrenze abklassiert und die zulässige Geschwindigkeit auf Tempo 50 reduziert wird;
- dass die Hardturmstrasse sofort zur Quartierstrasse mit Tempo 30 abklassiert wird
- dass Massnahmen ergriffen werden, die zu einer Reduktion des Verkehrs führen;
- dass bei der nun anstehenden Detailplanung des Stadions die Interessen der Quartierbevölkerung aktiv aufgegriffen und berücksichtigt werden;
- dass die Bauherren aktiv den Dialog mit den Fussballfans suchen und die von den Fans geforderten Anpassungen am Projekt vornehmen;
- dass im unteren Kreis 5 mit einem Wohnanteil von 40 Prozent für eine Durchmischung des Quartiers gesorgt wird;
- dass die Lebensqualität im unteren Kreis 5 mit der Schaffung von Pärken erhöht wird;
- dass weitere aktive Massnahmen ergriffen werden, um den unteren Kreis 5 als Wohn- und Lebensraum zu erhalten und eine Ghettoisierung zu verhindern.

Wir erwarten ausserdem vom Stadtrat, dass er nicht mehr nach der Pfeife der Investoren tanzt. Die Bedürfnisse der AnwohnerInnen und der Sportfans müssen ab dem 7. September endlich in den Mittelpunkt der weiteren Planung rücken.



Pressemitteilung des Komitee «Fussball statt Shopping» vom 8.9.2003


 

 

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