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Fussball statt Shopping
Am 4. Juni wird das Projekt Stadion Zürich im Gemeinderat verabschiedet. Die IG-Hardturmquartier kann das Projekt in der heutigen Form nicht unterstützen.
Kritisiert wird nicht das Stadion selbst - das historisch zum Quartier gehört - sondern Umfang und Art der Mantelnutzung: Sie entspricht nicht einem Bedürfnis des Quartiers und bringt einen Mehrverkehr, der in keinem Verhältnis zum Ziel eines Fussballstadions steht (bis zu 16'000 zusätzliche Fahrten pro Tag). Die vielen Einwendungen aus dem Quartier wurden nicht berücksichtigt.
Das Projekt Stadion Zürich ist letztlich eine Mogelpackung, denn der Hauptanteil der Nutzung besteht aus Shopping und Büros, sowohl bezüglich Fläche, Finanzen und verursachtem Verkehr.
Es ist an der Zeit und nicht zu spät, endlich über Alternativen nachzudenken. Beispiele aus Österreich und Deutschland zeigen, es gibt günstigere und umweltverträglichere Arten, ein Stadion zu bauen oder kurzfristig EM-tauglich zu machen.
Kritikpunkte zur Nutzung
- Die Fläche der Mantelnutzungen hat gegenüber dem Wettbewerbsprojekt keine Reduktion erfahren.
- Die Stadt müsste nicht nur bei den Symptomen, sondern bei den Ursachen ansetzen und innovativere, urbane Nutzungen statt verkehrserzeugendes Einkaufen fördern.
- Das Projekt Kraftwerk 1 bietet einen interessanten und ökonomisch erfolgreichen Ansatz für neues, urbanes Bauen. Es wird auch von der Stadt als beispielhaftes Projekt anerkannt. Statt dieses Modell für eine lebendige Stadtentwicklung aufzunehmen, fördert die Stadt ein rein auf Rendite ausgerichtetes Grossprojekt.
- Einkaufszentren sind ein überholtes Konzept für die Aufwertung von Stadtgebieten. Sie verhindern eine gesunde, durchmischte Quartierentwicklung und provozieren enorme Verkehrsprobleme, teilweise auch Verslumung.
- Heute besteht mit Puls 5, Limmatplatz, HB Shopville, und den nahe gelegenen Zentren Letzipark und Altstetten bereits ein Überangebot an Einkaufszentren im Westen von Zürich.
Zum Verkehr
- Der Bau der Tramlinie 18 auf der Pfingstweidstrasse vor der EM 2008 ist unsicher und wurde bereits im Kanton explizit als Sparübung erwähnt.
- Die Stadt sieht vor, dass die Hardturmstrasse abklassiert und beruhigt wird. Leider sind die versprochenen Aufwertungsmassnahmen in der Finanzvorlage zum Stadion nicht enthalten.
- Im Grünauquartier werden die Lärmgrenzwerte schon heute überschritten. Das Projekt verschärft diese Situation. Die geplanten Lärmschutzwände schaffen eine endgültige Trennung zum übrigen Altstetterquartier.
- Das vorgestellte Fahrtenmodell beruht auf vielen unsicheren Annahmen: Die Kontrollmechanismen sind nicht erprobt. Es gibt auch kein öffentliches Committment der Investoren in diesem Punkt. Die Anfangsfahrtenzahl wurde zwar gesenkt; die mittelfristigen Zahlen für das Einkaufsparking aber bereits wieder erhöht. Die Gesamtzahl der Parkplätze wurde nicht reduziert.
- Wir begrüssen, dass der Eventbahnhof in der Weisung aufgeführt ist. Dieser zielt jedoch auf den Fussballverkehr und nicht auf das Hauptproblem des «Shoppingverkehrs».
- Mit dem Ausbau der Pfingstweidstrasse geht die Stadt das Risiko ein, die Pläne zur Stadtautobahn SN1.4.1 wieder aufzunehmen und das Provisorium der Westtangente zu zementieren. Die Chance eines Abbruchs der Hardbrücke wird damit vertan.
Medienmitteilung der IG Hardturmquartier vom 7.6.2003
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