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STADT-WOHNEN
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Mieten und Hauspreise steigen 2004


Wohnen wird in der Schweiz auch im nächsten Jahr teurer. Büroflächen sind auf Grund der Wirtschaftsflaute jedoch fast überall günstiger zu haben.

Von Judith Wittwer
Von der Rutschpartie der Hypothekarzinsen konnten in den vergangenen Monaten nicht nur die Hauseigentümer profitieren. Auch die Mieter durften sich freuen, da die sinkenden Hypozinsen sie dazu berechtigten, vom Vermieter tiefere Mieten zu fordern. Wer sich hingegen nach einer neuen Wohnung umsah, hatte trotz tiefer Zinsen nichts zu lachen: In den letzten zwölf Monaten wurden mancherorts deutlich mehr Mietwohnungen nachgefragt als angeboten, wie aus der jüngsten Immobilienstudie des Planungsbüros Wüest & Partner hervorgeht. In der Folge legten die Mietpreise um über zwei Prozent zu. Tiefer in die Tasche greifen müssen die Mieter für ihre Wohnung auch im kommenden Jahr. Der kontinuierliche Preisanstieg der vergangenen vier Jahre dürfte sich 2004 fortsetzen und mit 2,7 Prozent sogar leicht über der Entwicklung der Vorjahre liegen. «Besonders in den Wirtschaftszentren Zürich und Genf hat sich die Übernachfrage nach Wohnraum tendenziell nochmals verschärft», sagt Dieter Marmet, Ökonom bei Wüest & Partner. In peripheren Gebieten wie beispielsweise im Jura oder im Oberwallis habe die Liquidität des Marktes hingegen zugenommen.

Eigentumswohnungen boomen
Keine Trendwende ist laut der Studie auch beim Wohneigentum in Sicht: Die Schweizer Bevölkerung wird zwar auch langfristig ein Volk von Mieterinnen und Mietern bleiben, aber die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern hat auch im letzten Jahr bedeutend zugenommen. Für den Boom gibt es laut Immobilienexperte Marmet zwei Gründe: Erstens sei der Trend auf die demografischen Verschiebungen in der Altersstruktur der Wohnbevölkerung zurückzuführen. «Die geburtsstarken Jahrgänge kommen jetzt in ein Alter, in dem sie traditionellerweise zu den stärksten Käuferschichten bei Einfamilienhäusern zählen», sagt Marmet. Und zweitens hätten die äusserst günstigen Finanzierungsbedingungen die Nachfrage belebt. «Gemessen am Haushaltseinkommen ist Wohneigentum heute ungefähr ein Drittel günstiger als noch vor 15 Jahren», so der Ökonom. Die Preise steigen allerdings weiter: Nächstes Jahr dürften sich die Eigentumswohnungen um satte 4 Prozent verteuern. Und wer ein Einfamilienhaus kaufen will, zahlt im landesweiten Mittel knapp 1 Prozent mehr als dieses Jahr. Besonders begehrt sind laut Marmet Wohnobjekte in der Agglomeration sowie in Ferienregionen wie dem Engadin.
Anders präsentiert sich der Büroflächenmarkt: Hier nehmen die Überkapazitäten weiter zu, da für die Räumlichkeiten, die vor zwei Jahren in Auftrag gegeben wurden und nun auf den Markt kommen, wegen der Konjunkturflaute eine geringe Nachfrage besteht. Die Preise dürften daher im Schnitt um 5,5 Prozent fallen. Am stärksten rutschen werden die Preise in den Wirtschaftszentren Zürich und Genf.


Tages-Anzeiger, 25. Oktober 2003

 

 

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