Die höchsten Mieten Europas!
Wir haben die höchsten Mieten Europas. Und zwar mit Abstand! Dies enthüllt die jüngste Erhebung des Statistischen Amtes der EU für europäische Länder.
Dass unser Konsumniveau überhöht ist, wissen wir schon seit geraumer Zeit. Wir zahlen für viele Güter, vom Fleisch bis zum Auto, gegenüber unseren Nachbarn teils massiv zu viel. Nun hat Eurostat, das Statistische Amt der EU, für 200l eine neue Erhebung über das Preisniveau durchgeführt. Diese berücksichtigt nicht nur die EU-Länder, sondern auch weitere Staaten in Europa inklusive der Schweiz.
Danach hat die Schweiz mit 139 Indexpunkten das höchste Preisniveau Europas. Auf den nächsten Plätzen folgen Norwegen (125 Indexpunkte) und Dänemark (124). Die Hauptursachen für die Spitzenstellung der Schweiz liegt bei den hohen Nahrungsmittelpreisen, dem hohen Wechselkurs des Schweizerfrankens sowie - den hohen Mieten («rentals for housing»).
M&W hat aus diesem Grund die Mietpreisstatistik genauer unter die Lupe genommen. Wird der Durchschnitt der Mietpreise in den 15 EU-Ländern bei l00 Indexpunkten definiert, so schwingt die Schweiz mit 193 Indexpunkten weit obenaus. Wir zahlen fast doppelt so viel Miete wie im Durchschnittseuropa. In beträchtlichem Abstand folgen Irland, Luxemburg, Schweden, Finnland, Grossbritannien, Deutschland und Frankreich. Sie alle liegen noch über dem Schnitt. Darunter ist etwa Österreich (8o Indexpunkte) angesiedelt. Dort zahlt man halb so viel Miete wie bei uns! Bekanntlich verfügt unser Nachbar über einen sehr gut ausgebauten Mieterschutz. Man darf annehmen, dass dies einen positiven Einfluss auf das Preisniveau ausübt. Noch günstiger ist Italien, wo der Mieterschutz ebenfalls hochgehalten wird.
Es ist an der Zeit, dass die überzahlten Schweizer Mieten endlich runtergeholt werden. Am 18. Mai gibt es eine Möglichkeit an den Urnen: Ja zu fairen Mieten.
Mieten & Wohnen, Nr. 2, Februar 2003
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