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STADT-WOHNEN
ist ein Portal für kritische wohn- und stadtpolitische Debatten. Die Seite gibt Alternativen und Hinter- gründe zu Wohnungsnot, Mietzinsproblematik und Stadtentwicklung. Im Archiv findet sich eine breite Palette von Texten und Analysen zum Thema.

 


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Stadtraum HB: Kritik am Wohnanteil

Von Marc Zollinger
Mehr Wohnungen und günstige Mieten: So lautete die Hauptforderung der rund 150 Anwesenden gestern Abend im Zürcher Volkshaus. Die SBB informierte, zusammen mit Stadträtin Kathrin Martelli und einem Vertreter der Post, über das 1,5 Milliarden Franken teure Grossprojekt Stadtraum HB, das in Etappen ab 2008 beim Hauptbahnhof entlang den Gleisen verwirklicht werden soll. Der Gestaltungsplan, der derzeit öffentlich aufliegt und dieses Jahr vors Parlament kommt, bietet Raum für 800 bis 1200 neue Bewohnerinnen und Bewohner. Gemessen an den rund 8000 neuen Arbeitsplätzen sei das viel zu wenig, zumal in der Stadt heute schon sehr viel Bürofläche leer stehe, wurde kritisiert. Der Vertreter der SBB wies darauf hin, dass es sich um Mindestwohnanteile handle, die im Verlauf der weiteren Planung durchaus erhöht werden könnten. «Wohnen ist willkommen», sagte er. Er sagte aber auch, dass die Immobilienabteilung der SBB verpflichtet sei, möglichst wirtschaftlich zu agieren, um die Verluste des Eisenbahngeschäfts aufzufangen. Die SBB streben denn auch eine Rendite von rund 7 Prozent an, was einen hohen Wohnanteil und günstige Mieten ausschliesst. «Es wird branchenübliche Mietzinse geben, sonst finden wir für das Projekt keine Investoren», fügte der SBB-Mann an.
Der neue Stadtteil werde den alten Kreis 4 enorm unter Druck bringen, befürchteten einige Anwesende. «Das Gebiet wird überrollt, die Preise steigen.» Rund 10’000 Menschen (Wohnende und Arbeitende) würden sich dannzumal dort aufhalten - genau gleich viel, wie heute im Quartier wohnen. Im Volkshaus liessen sich auch Leute informieren, die in einem Haus an der Zollstrasse wohnen, das abgerissen werden soll. «Wissen Sie, dass wir nicht so einfach rauszukriegen sind?», fragte einer der 13 Mieter.


Tages-Anzeiger, 18.01.2005

 

 

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