Stadt und Wohnen
  Aktuell
  Alternativen
  Dossiers
  Videos

 

 

 

 

 

STADT-WOHNEN
ist ein Portal für kritische wohn- und stadtpolitische Debatten. Die Seite gibt Alternativen und Hinter- gründe zu Wohnungsnot, Mietzinsproblematik und Stadtentwicklung. Im Archiv findet sich eine breite Palette von Texten und Analysen zum Thema.

 


KONTAKT:
stadt.labor
Postfach 2465
8026 Zürich
PC 87-727882-5
alles@stadtlabor.ch


 


 


Konzepte für das Kasernenareal


Eine unter Verschluss gehaltene Studie zum Kasernenareal ist seit kurzem auf der Website der Baudirektion veröffentlicht. Entschieden sei aber noch nichts, sagt der Kantonsbaumeister.

Von Daniel Zumoberhaus
Zürich. - Beim Güterbahnhof im Kreis 4 will der Kanton ein neues Polizei- und Justizzentrum bauen. Damit wird sich voraussichtlich im Jahr 2015 die alte Militär- und Polizeikaserne leeren, und das Kasernenareal beim Hauptbahnhof wird frei für neue Nutzungen. Was man an diesem zentralen Ort tun könnte, darüber wird seit über 20 Jahren diskutiert.
2004 beauftragte die kantonale Baudirektion die Heller Enterprises GmbH, eine Machbarkeitsstudie für neue Nutzungen des Areals zu verfassen. Ein Jahr stand der Firma des ehemaligen Expo-Projektleiters Martin Heller zur Verfügung, um Szenarien auszuarbeiten. Die Studie verschwand aber in den Schubladen der Baudirektion. Wie das Regionaljournal von Radio DRS gestern meldete, ist die Studie nun aber ohne Ankündigung auf einer Internetseite des Kantons publiziert - mit fünf möglichen Konzepten:
- Szenario 1 heisst Reserve und sieht den Status quo vor. Man solle weitere 20 Jahre zuwarten und das Areal der nächsten Generation als Geschenk übergeben.
- Szenario 2 heisst Meteorit: Neue Besitzer sollen an diesem für Zürich wichtigen Ort ein internationales architektonisches Wahrzeichen erstellen.
- Szenario 3 ist die Grüne Lunge: Da dieser Ort «von Natur aus gut» sei, biete er sich als Freiraum inmitten «städtischer Dichte» an. Ähnlich dem Central Park in New York soll zur Sihl hin ein grosszügiger, weltstädtischer Park gebaut werden.
Szenario 4 heisst Wohnen: Auf dem Areal soll eine kleine Stadt innerhalb der Stadt entstehen mit kleinen, grossen und luxuriösen Wohnungen, da das Leben auch in die Innenstadt gehöre. Die Macher nennen das Städtchen «Nonstop City». Gegen das Wohnen spricht laut Studie, dass es dazu der Einzigartigkeit des Areals nicht bedürfte.
Szenario 5 heisst Cluster: Verschiedene für die Stadt wichtige Nutzungen sollen an einem Ort verschmelzen. Heller favorisiert Cluster, denn dieses Szenario erlaube es, einen spezifischen Nutzungsmix in Richtung Finanz/Dienstleistung, Bildung/Wissenschaft oder Kultur zu kombinieren.
Wie Kantonsbaumeister Stefan Bitterli gestern sagte, ist in der Baudirektion noch kein Entscheid gefallen, wie es auf dem Kasernenareal weitergehen soll. Es gebe auch noch keine Präferenz für ein Szenario. Eine nächste Lagebeurteilung erfolge erst Ende Oktober 2007.


Tages-Anzeiger, 22.12.2006


 

 

Webmaster: alles@stadtlabor.ch