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Argumentarium zum 1. April 2005
1. Glaubwürdigkeitsproblem
Das von Bund, Kanton und Stadt am 1. April 2005 vorgestellte Autobahn-Tunnel-Konzept als sogenannte «Bestvariante» ist für den Kreis 5 ein reine Mogelpackung. Man will damit für die Stadt Zürich die Standortqualität zu Lasten des Kreis 5 steigern. Man will eine Nationalstrasse quer durch ein schon heute als eines der am dichtesten besiedelten Wohngebiete der Schweiz und durch Neubaugebiete mit einem zukünftigen Wohnanteil von 40 Prozent führen. Der Vertrag zwischen der Stadtgemeinde Zürich und der ev.-ref. Kirchgemeinde Zürich 5 welcher einen Verzicht auf eine oberirdische Autobahnführung regelte wurde bloss ein Jahr nach seinem «erga omnes»-Abschluss ohne Not gebrochen, was nicht gerade für die Glaubwürdigkeit von Versprechen jeglicher Art der politischen Behörden Zürichs spricht.
2. Runder Tisch wird ignoriert
Man hat die Empfehlungslösung des Runden Tisches Verkehr Zürich West tendenziell falsch wiedergegeben, in dem man behauptete, der Runde Tisch hätte mit dem Autobahnverkehr oberirdisch bis zur Limmat fahren wollen. Im Gegenteil der Runde Tisch hatte das Tunnelportal an der Pfingstweidstrasse und die Integration des Tunnels in eine Gesamtüberbauung vorgeschlagen. Es wird behauptet der vom Runden Tisch konzipierte Waidhaldentunnel mittel könne wegen des Grundwassers nicht realisiert werden, obschon ein vom Kanton finanziertes hydrologisches Gutachten die Machbarkeit ausdrücklich bestätigt.
3. Fragwürdiger Sihlquai-Tunnel
Man täuscht uns vor, die Lebensqualität im Kreis 5 zu fördern, indem man einen Nationalstrassen-Tunnel unter dem heutigen Sihlquai ins Grundwasser zeichnet und darauf eine Parklandschaft verspricht. Plötzlich kann auf die ganze Länge des Sihlquai ein Tunnel unter die Grundwasserkote gebaut werden, während das erst fertig gestellte Berufsschulhaus am Sihlquai das Grundwasser respektieren musste und folglich die Turnhallen in sehr markanten einem Betonturmbau untergebracht werden mussten... Eine Sihlquai-Untertunnelung im vorgesehenen Tagbau bedingt zwingend eine jahrelange Umleitung des Nationalstrassenverkehrs auf die seit 25 Jahren zum Schutz der Wohngebiete als Quartierstrasse zurückgestufte Limmatstrasse. Das Todesurteil für die bestehenden Wohngebiete im Kreis 5 mit allen soziodemografischen und sozioökonomischen Konsequenzen. Die Konzeptpläne vom 1. April 2005 sehen bereits schon eine Öffnung des Limmatplatzes und der Limmatstrasse vor.
4. Fragwürdiges Abbruchobjekt/Waidhaldentunnel lang
Man macht Computeranimationen für einen Waidhalden-Tunnel lang, der technisch zwingend den Abbruch des heutigen, 1968 in Betrieb genommen Käferbergviaduktes der SBB und einen zweistöckigen Neubau (oben SBB/unten Autobahn) vorsieht. Der neue Viadukt wird einen nicht tolerierbaren Betonriegel durch das zum Teil schon mit Wohnungen dicht überbaute Gebiet von Zürich West führen. Ob die Planungsbehörden überhaupt an die Realisierung dieses neuen städtebaulichen Sündenfalles glauben, dessen Höhengeometrie bei der Querung der Strasse am Wasser höchst fragwürdig ist, kann damit beantwortet werden, dass im Rahmen des «plan lumičre» dieses potentielle «Abbruchobjekt» in Kürze noch für gut 1 Mio. Franken beleuchtet werden soll...
5. Fragwürdiger Umgang mit der ehemals provisorischen Hardbrücke
Weil man bei den zuständigen Behörden kaum an eine Realisierung Sihlquai-Tunnels noch an den Waidhaldentunnel lang glaubt, sie sind nur ein Zückerchen für Wipkingen (Entlastung Rosengartenstrasse) und Baldriantropfen für die Bewohner im oberen alten Kreis 5 (Park entlang der Limmat), führt man die Nationalstrasse getrost über die Hardbrücke. Kein normaler Mensch führt im Jahre 2005 noch eine oberirdische Autobahn durch ein sich bis heute stark sich entwickelndes städtisches Subzentrum mit bald 4000 zukünftige Bewohner und mindestens ebenso vielen Arbeitsplätzen. So verhindert man nachhaltig eine gesunde Entwicklung in einem Gebiet, wo der Feinstaubanteil bereits das Doppelte des nach den Grenzwerten Zulässige beträgt. Man schiebt die heute bald 80 Mio. Franken kostende Sanierung der Hardbrücke ebenso schnell in die Bundeskasse, wie man die Kosten für das darunter vorgesehene Tram sozusagen durch andere Gemeinwesen finanzieren lässt... Auch bei diesem Projekt macht nicht nur der Umstand nachdenklich, dass das Tram Hunderte von Metern vom S-Bahnhof entfernt in die Pfingstweidstrassse kurvt, die Geometrie stimmt auch hier scheinbar nicht, soll doch wegen zu geringer lichten Höhe unter der Hardbrücke das Tramgleis z.T. in eine unter dem Strassenniveau liegende Wanne gelegt werden... So kann man dann einmal, nach möglichst vielen selbst geschaffenen Sachzwängen getrost das Autobahn-Y oberirdisch fertig stellen - wenn wir uns nicht heute mit allen gebotenen legalen, unserem Rechtsstaat inhärenten Mitteln zur Wehr zu setzten vermögen...
Helmuth Werner, Quartiervereinspräsident
Robert Schönbächler, Gemeinderat
Daniel Schmid, Direktion Cinemax
Verein Kreis 5 ohne Autobahn
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