Die Agglomerationen wachsen auf Kosten der Städte
Der Agglomerationsgürtel um die grossen Städte ist im letzten Jahrzehnt gewachsen. Die Städte selber und der Alpenraum haben Bewohner verloren.
Die Verstädterung erfasste das ganze Mittelland von Genf bis St. Gallen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) zur Auswertung der Volkszählung 2000 schreibt. Manche Agglomerationen vergrösserten sich nicht nur, sie wuchsen auch zusammen. Die höchsten kommunalen Zuwachsraten verzeichneten die Agglomerationen um Genf (Bezirk Nyon) und Zürich (Bezirke Affoltern, Bremgarten, Dielsdorf und Uster).
Ebenso stark gewachsen ist die Grossregion Lausanne mit den Bezirken Morges, Echallens und Oron. Ausserhalb dieser Grossregionen verzeichneten das Rhonetal, die Innerschweiz (Nidwalden, Schwyz und das Amt Sursee), der Raum Freiburg und das Tessin einen überdurchschnittlichen Bevölkerungszuwachs.
Die Agglomerationen wuchsen mindestens teilweise auch auf Kosten der Städte, welche Einwohner verloren. Das Wachstum der Stadtregionen als Ganzes blieb laut BFS erstmals hinter demjenigen ländlicher Gebiete zurück.
Besonders in den letzten Jahren hat sich die Flucht aus den Bergregionen wieder verstärkt. Auffallend viele Gemeinden mit starkem Bevölkerungsrückgang zählte das BFS im weiteren Gotthardgebiet: im Goms, dem Haslital, im Kanton Uri, in der Surselva, im Bleniotal und in der Leventina. Auch das Emmental und das Entlebuch gehören zu den Regionen mit Bevölkerungsverlusten. Einwohner verloren haben weiter Teile des Juras, vom Vallée de Joux über Ste-Croix und die Neuenburger Hochtäler bis in den Berner Jura, die Freiberge und die Ajoie.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind 376 Gemeinden durch Eingemeindung oder Fusionen verschwunden.
Tages-Anzeiger vom 22.10.2002
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